Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Die Sache mit dem „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ ist bei vielen ein regelrechtes Lebensmotto. Alles und jeden müssen sie kontrollieren – und machen damit nicht nur sich, sondern auch ihr Umfeld wahnsinnig.

Woher kommt der Kontrollwahn?

Die Ursachen für diese ständige Kontrolle kann viele Ursachen haben. Zum einen ist es ein die eigene Unsicherheit und das fehlende Selbstbewusstsein, das einen dazu veranlasst so zu handeln. Gerade Partner sind dabei ein sehr beliebtes Opfer. Der Mensch hält sich nicht für wertvoll genug, dass sein Partner bei ihm bleiben könnte und kontrolliert Anrufe, Textnachrichten auf dem Handy oder bei Facebook, kontrolliert ständig die Hosen- und Jackentaschen und hört dementsprechend manchmal auch Tonlagen in einem Gespräch, die gar nicht gefallen sind.

Ein weiterer Grund für die übermäßige Kontrolle ist die Problematik, dass dieser Person so etwas schon mal passiert ist und dieser Mensch nun sicher gehen will, dass das nicht wieder passiert. Sei es ein Seitensprung vom Expartner, ein Diebstahl von einem Mitarbeiter in der Firma oder ein Kratzer im Auto, weil man auf einem öffentlichen Parkplatz gestanden hat. Das Problem liegt darin, dass man eine einmalige Sache auf alles und jeden projiziert wird und man dementsprechend anfängt auch alles und jeden zu kontrollieren. Das kann nicht auf Dauer funktionieren, man muss verstehen, dass eine Sache nicht automatisch auf alles andere zutrifft.

Eine dritte Begründung dafür, dass man laufend überall dabei sein und jedem über die Schulter gucken muss, ist das fehlende Vertrauen zu anderen. Manchen Menschen fällt es schwer seinen Mitmenschen zu vertrauen, meist wegen einer der beiden oben genannten Gründe. Manche können andern einfach nicht vertrauen, weil sie bei ihnen vielleicht einen Fehler bemerkt haben und ihnen nicht zutrauen, dass sie sich verändern und verbessern und manche können anderen nicht vertrauen, weil sie von sich auf andere schließen (Ich kann das nicht, also kann der andere das auch nicht). Nicht selten ist es aber auch so, dass manche sich für den Größten halten und deswegen der Meinung sind, dass alles nur funktioniert, weil sie einschreiten. Diese Kontrolle kann aber das Zusammenleben und das Zusammenarbeiten sehr schwer machen. Kein Mensch möchte Menschen um sich haben, die einen laufend kontrollieren und einem nichts zutrauen. Das gilt sowohl für Kinder, die von ihren Eltern alles aus der Hand gerissen kriegen, wie auch für Mitarbeiter, die gerne mehr Verantwortung übernehmen möchten.

Der vierte und letzte Grund warum manche Menschen so kontrollsüchtig sind, ist die eigene Vorstellung. Jeder Mensch macht die Dinge so, wie er sie für richtig hält bzw. als Angestellter natürlich nach den Angaben und Vorlagen seines Chefs. Aber auch wenn man alles so macht, wie der Chef es einem aufgetragen hat, finden manche Chefs immer noch einen Grund zum Klagen und berichtigen den „Fehler“. Das passiert aber auch im Haushalt, wenn beispielsweise die Wäsche zusammen gelegt wird, der eine legt die Wäsche auf diese Weise zusammen, der andere legt sie auf eine andere Weise zusammen (aber eben auch ordentlich). Da die eine Ordnung aber nicht der vorgestellten Ordnung entspricht, wird viel kontrolliert, kritisiert und kaputt gemacht. Dabei ist es völlig egal, ob die Handtücher oder die Wäsche so oder so zusammen gelegt wurde, solange es ordentlich ist und in den Schrank bzw. ins Regal passt. Und ob nun ein Mitarbeiter erst die Fenster putzt und dann die Pflanzen gießt, oder ob er das umgekehrt macht, ist im Grunde völlig egal, solange es ordentlich gemacht ist und keiner bei der Arbeit gestört wird.

Manche brauchen das

Sicher gibt es Mitmenschen und Mitarbeiter, denen man ein wenig auf die Finger gucken muss. Welche die von Zeit zu Zeit schlampig werden, deren Aufmerksamkeitsspanne schnell gestört wird und die sich leicht ablenken lassen. Gleiches gilt auch für die Mitmenschen im Privatleben, dass man beispielsweise bei dem Partner oder den Kindern Kontrolle-Fragen stellt, wie: „Hast du die Hausaufgaben schon gemacht?“, „Denk dran dein Handy mitzunehmen.“ oder „Achte darauf, dass du den Haustürschlüssel mitnimmst.“ Aber auch da sollte sich die Kontrolle in Grenzen halten.

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Verena Walter

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