Helikoptereltern – gut gemeint ist nicht gut gemacht

Habt ihr schon mal was von Helikoptereltern gehört? Das ist eine sehr sehr schreckliche Form der „Elternschaft“. Dabei handelt es sich um Eltern, die sich irgendwie immer um ihre Kinder befinden und quasi wie Helikopter über ihre Kinder schweben.

Ständige Kontrolle

Das Kind wird ständig überwacht und hat nicht viel Freizeit. Egal wo es steht und geht, ein Elternteil ist immer dabei, völlig egal, ob nun Mutter oder Vater. Absolut alles wird kontrolliert, von den Hausaufgaben über die Freizeitaktivitäten bis hin zu den Menschen mit denen das Kind sich trifft. Dabei wird viel Wert darauf gelegt, dass das Kind in allem der/die Beste ist. Ganz gleich, ob es eine AG in der Schule ist, ob es im Theater die Hauptrolle spielt, um welches Fach es sich gerade handelt oder welchen Aktivitäten es in der Freizeit nach geht. Die Eltern wollen ihre Kinder überall siegen sehen und mit ihnen anderswo angeben.

Das Problem: Damit das Kind so „perfekt“ ist, wird es von den Eltern fast ständig kritisiert. Mach dies so, tu das anders, jetzt lernst du xy, lass dies und jenes sein, benimm dich – und und und. Wie wird sich das Kind wohl dabei fühlen?

Die Eltern wollen das Beste, aber…

Helikoptereltern möchten das Beste von und für ihre Kinder, vergessen dabei aber völlig, was ihre Kinder sich wünschen. Denn das was die Eltern für ihre Kinder wollen ist nicht automatisch das Beste für sie. Sicher ist es für ein Kind finanziell und bezüglich des Ansehens gut, wenn es in der Zukunft eine Karriere als Arzt anstrebt – ist ja auch ein angesehener und gut bezahlter Job. Wenn das Kind aber an dem Thema Medizin kein Interesse hat, kein Blut sehen kann und sich auch mit dem Thema Psychologie nicht weiter auseinander möchte, ist diese ganze Arzt-Schiene vermutlich nicht das, was das Kind später machen möchte. Was wäre falsch daran, wenn das Kind mit einem Bäckerberuf, als Friseur, als Gärtner oder Autoschlosser glücklicher ist?

Was bei Helikoptereltern falsch ist

Sie sehen die Wünsche ihres Kindes nicht und machen das was sie für das Beste halten. Anders als andere Eltern, die für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sorgen, ihrem Kind bei den Hausaufgaben helfen, mit ihren Kindern über ihre Wünsche und Sorgen reden, darauf achten, dass sie sich an Regeln halten und dafür Sorge tragen, dass schlechte Noten besser werden. Helikoptereltern fragen hingegen nicht was Kinder wollen, lassen sie auch keine Kinder sein, sondern konfrontieren sie schon früh mit dem Ernst des Lebens. Sicher: Kinder müssen Regeln lernen und sich auch an diese halten, wie zum Beispiel, dass man seine Hausaufgaben machen muss. Und mit Sicherheit sollte man dem Kind auch eine gute Ausbildung nahe legen und wie wichtig es ist zu lernen. Aber Lernen ist nicht alles – und vor allen Dingen nicht immer das Ziel in alles und gegenüber jedem der Beste zu sein.

Schlecht für die Entwicklung des Kindes

Schlimm genug, dass Kinder unter dem Druck, den ihre Eltern aufbauen, sehr zu leiden haben; Kinder können sich bei der vielen Kontrolle auch überhaupt nicht richtig entfalten. Nichts selbst entdecken, keine eigenen Fehler machen und vor allem nicht das tun und lassen dürfen, was man möchte. Dabei ist es für Kinder enorm wichtig, um sich selbst zu finden und alles kennen zu lernen, dass sie selbst die Chance haben sich vernünftig zu entfalten und nicht alles diktiert zu bekommen. Zur freien Entfaltung ihres Charakters ist es wichtig, dass sie Freiräume haben.

Helikoptereltern – gut gemeint ist nicht gut gemacht
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Verena Walter

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