Vegan gesünder leben? Ganz automatisch?

Bei vielen Menschen hat sich der Gedanke gefestigt, dass man automatisch mit vegan gesünder lebt. Genauso wie sich die Illusion, mit veganer Lebensweise erstaunlich gut abnehmen zu können, manifestiert hat. Mit einer veganen Lebenseinstellung lebt man nicht gleich gesünder, nimmt irrsinnig viel ab oder spart verdammt viel Geld. Klar, es ist machbar – und zwar alle drei Punkte. Aber dazu gehören ein paar wichtige und grundsätzliche Regeln, die man verstanden haben muss.

Regel 1: Ersatz-Produkte sind nicht billig

Dadurch, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist, ist es so, dass wir mit einer Umstellung auf eine vegane Ernährungsweise auch gerne nach einer Alternative für Fleisch und Fisch, aber auch Milch, Butter, Margarine, Honig und Joghurt suchen. Generell sind die Alternativen nicht ungesund, wobei es schon einen Unterschied macht, ob man sich hauptsächlich davon ernährt oder sich mehr mit Salat und Gemüse sättigt. Nicht nur, dass Obst und Gemüse, sowie Salate deutlich mehr gesunde Inhaltsstoffe haben, am wenigsten behandelt werden und dadurch auch besser bekömmlich sind, sie sind auch deutlich preiswerter als eine vegane Milch oder veganes Fleisch.

Hin und wieder ist es okay, wenn man sich so eine alternative gönnt und beispielsweise sein Müsli mit etwas Milch genießt, aber zu viele Fleisch-, Milch- und andere Alternativen (vegane Ravioli, veganer Käse, vegane Wurst, vegane Pizza und dergleichen machen auf Dauer nicht nur das Portemonnaie schlank, sondern den Besitzer dick.

Regel 2: Bewegung ist ein Muss

Auch wenn man mehr Obst und Gemüse isst als vorher, die Bewegung darf darunter nicht leiden. Bewegung ist essenziell für die Gesundheit: Es versorgt das Gehirn und andere Organe mit mehr Sauerstoff, es ist gut für die Blutzirkulation, es ist gut zum Abnehmen, die Muskeln werden aufgebaut, es ist gut für die Figur, es trägt zum inneren Wohlbefinden bei, es schützt vor zahlreichen Erkrankungen, hilft bei der Verdauung und darüber hinaus ist die Bewegung gut zur Entspannung. Abgesehen davon macht die Bewegung einen klüger und hilft dem Abbau von Muskeln entgegen zu wirken. Wer nämlich meint, er braucht keinen Sport machen um abzunehmen, der wird insofern Recht behalten, dass man wirklich ohne Sport sein Gewicht reduzieren kann, das hat jedoch zur Folge, dass Muskeln abgebaut werden – und das ist nicht gesund! Wer bei seiner veganen Lebensweise also gesund leben will, der sollte sich regelmäßig und ausgiebig bewegen.

Regel 3: Die Zubereitung ist wichtig

Wie eingangs gesagt, ist es gesünder Gemüse zu essen, anstelle der Fleisch- und Fischersatzprodukte. Aber nicht nur die Wahl zu Gemüse und Obst macht eine gute Figur und eine gesunde Lebensweise, sondern auch die Zubereitung. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man seine Kartoffeln im Ofen oder in Salzwasser gart oder sie in Form von Pommes in die Fritteuse haut bzw. in der Pfanne in viel Fett brät. Das macht sich nicht nur auf der Waage, sondern auch bei der Gesundheit bemerkbar. Auch wenn viele Pflanzenfette gesünder als tierische Fette sind, zu viel Fett ist ungesund und macht dick. Außerdem wirkt sich die Zubereitungsart sehr stark auf den Energielevel aus. Fettige und schwere Speisen machen natürlich schlapp und müde, während man mit leichten und gesunden Gerichten jede Menge Energie und Lebenskraft hat. Außerdem machen fettige und schwere Gerichte einen nicht nur träge, sondern können sich negativ auf das seelische Wohlbefinden auswirken. Menschen mit einer schlechten Ernährung neigen deutlich schneller zu Unzufriedenheit, Depressionen und Agressionen.

Regel 4: B12 muss über Präparate eingenommen werden

Sehr viele Stoffe, die man über Fleisch und tierische Produkte gewinnt, wie etwa Eisen und Proteine, kann man auch auf pflanzlicher Basis gewinnen. Eisen und Proteine sind zum Beispiel in zahlreichen Bohnen, Hülsenfrüchten und in grünem Gemüse enthalten, aber B12 ist nicht (oder nur sehr gering) in pflanzlichen Quellen vorzufinden. Deshalb ist das B12-Vitamin nur über die Aufnahme von Tabletten erhältlich. Das muss man aber auch wissen, sonst erleidet man früher oder später einen Mangel und wird krank.

Regel 5: Auch vegane Süßigkeiten sind Dickmacher

Mag sein, dass man mit veganen Süßigkeiten und Knabberkram besser lebt, als mit den normalen Lebensmitteln, weil sie kein Cholesterin enthalten und oftmals häufiger in Bio-Qualität zu kaufen sind, aber das bedeutet nicht, dass veganes Naschwerk und vegane Knuspersachen automatisch besser für die Figur sind. Hier kommt es, wie bei allen anderen Leckereien auf die Menge an. Veganes Eis macht in zu großen Portionen genau so dick wie nicht veganes Eis. Das Gleiche gilt für Nachos, Chips, Schokolade, Müsliriegel, aber auch für Soft-, Energy- und andere zuckerhaltige Getränke. Mag sein, dass der Bio-Eistee in vegan gesünder ist, in zu großen Mengen macht er aber dennoch dick und ist nicht gesund.

Regel 6: Fertiggericht ist und bleibt ein Fertiggericht

Wie gesagt: Vegane Speisen mögen aufgrund der Bio-Qualität (was aber auch nicht bei jedem veganen Lebensmittel der Fall ist) und dem Wegfallen von Cholesterin und anderen schlechten Dingen, gesünder sein als das Original. Aber ein Fertiggericht (auch in vegan) ist und bleibt ein Fertiggericht und sollte nur ab und an genossen werden. Das gilt für Ravioli, Pizza und den Fleisch- sowie Käseersatzprodukten, wie auch für fertigen Joghurt und schokoladigen Aufstrichen.

Regel 7: Vollkorn oder Weißmehl?

Viele Produkte, wie etwa Nudeln oder Brot, sind sowohl in der Vollkornvariante als auch in der weit verbreiteten Weißmehloption erhältlich – und ein Teil von beiden Sorten ist auch vegan. Soweit, so gut. Aber auch hier ist die Wahl nach der Vollkornvariante die gesündere, bessere und klügere. Nicht nur, dass man damit effektiver Gewicht verlieren kann, es hält länger satt und versorgt den Körper mit mehr und besseren Inhaltsstoffen. Allerdings ist es so, dass viele Menschen aufgrund des Geschmacks (oder auch der Gewohnheit), lieber die Weißmehloption wählen. Das ist im Grunde auch nicht weiter schlimm, es ist nur so, dass die Vollkorn-Nudeln sowie das Vollkornbrot länger satt machen und dementsprechend auch weniger gegessen wird. Gesünder und klüger wären also die Vollkorn-Nudeln und das Vollkorn-Brot. Wer es aber nicht kauft und nicht isst, lebt trotz veganer Einstellung nicht automatisch gesünder bzw. besser als vorher.

Regel 8: Zucker im Kaffee

Kaffee- und Teetrinker haben bei der Umstellung von nicht vegan zu vegan keine besonders große Umstellung in dem Bereich. Die Milch wird lediglich durch eine andere Ersetzt und wer seinen Zucker darin mag, kann ihn auch weiterhin zuckern. Wie in vielen anderen Punkten ist aber auch hier die Menge entscheidend. Wer jeden Tag mehrere Tassen voller Kaffee und/oder Tee mit Zucker genießt, kann sich damit ebenfalls die Figur und die Gesundheit ruinieren. Vor allem ist aber entscheidend, wie viel Zucker kommt in das jeweilige Getränk und wie viele Tassen (oder Kannen) trinkt man davon? Sind es nur ein oder zwei Tassen, und die restliche Zeit ernährt man sich ohne Zucker, macht es vielleicht keinen Unterschied, wer aber zusätzlich noch nascht oder jede Menge Zucker in seinen Kaffee bzw. Tee tut, damit er überhaupt schmeckt, tut sich keinen Gefallen.

Außerdem: In einigen Ersatz-Produkten und Fertiggerichten sollte man unbedingt auf versteckte Zucker- und Fettwerte achten. Das kann einen ganz gut davon abschrecken zu viel davon zu kaufen bzw. zu konsumieren.

Das alles soll natürlich nicht heißen, dass man sich die veganen Alternativen, süßen Leckereien und Knuspersachen nicht gönnen sollte, aber wie man so schön sagt, ist die Menge entscheidend – und auch wenn man sich für vegane Alternativen entscheidet, bedeutet es nicht unbedingt, dass man es massenweise essen sollte. Wie man so schön sagt: Die Menge macht das Gift, und in Maßen kann man alles genießen.

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Verena Walter

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