Geburtstagsessen im Restaurant – Pleiten, Pech und Pannen

Am Ehrentag meines Göttergatten habe ich mir ein Geburtstagsessen im Restaurant seiner Wahl überlegt und habe ihm damit eine schöne Überraschung gemacht. Er geht gerne zum Inder, weshalb ich dachte: Es ist sein Geburtstag und das indische Lokal wollten wir eh mal probieren, warum nicht?

Er hat sich sehr gefreut; und ich war auch neugierig. Die Karte draußen am Aushang las sich vielversprechend und das Restaurant machte von außen einen schönen Eindruck. Es gab Sitzplätze draußen, nahe von einem kleinen Springbrunnen den sie da hatten, aber es war Anfang des Jahres und eiskalt draußen, weshalb wir es uns lieber drinnen gemütlich gemacht haben. Die Atmosphäre hatte mir gleich auf den ersten Blick zugesagt. Es war nicht übermäßig dekoriert, die Wandfarbe war angenehm und zwischen den Sitzgelegenheiten war genügend Platz, sodass man sich nicht eingeengt vorkam.

Wir haben uns einen hübschen kleinen Tisch in einer gemütliche Ecke ausgesucht und hatten einen schönen Blick aufs Restaurant und auf die kleine aber feine Terrasse. Dann bekamen wir auch schon die Speisekarten ausgehändigt und bestellten uns etwas zu trinken.

Wie in vielen anderen Lokalen, war auch hier die vegane Auswahl nicht besonders üppig – war schließlich auch nicht als veganes Restaurant ausgezeichnet, aber es gab einige Leckereien, die von sich aus vegan waren (Gibt ja solche Gerichte, wie beispielsweise Falafel oder Hummus – die sind auch von sich vegan). Wir haben noch ein wenig überlegt und waren uns nach ein paar Minuten einig, dass wir uns erst einmal mit den vegetarischen Vorspeisen (hießen vegetarisch, waren aber vegan – vegetarisch ist einfach geläufiger) antasten und dann im Anschluss noch etwas bestellen, sollten wir danach noch hungrig sein. Das gaben wir auch so an die Kellnerin weiter, die mich bei der Bestellung so seltsam anschaute. „Alle?“, fragte sie. Ich: „Ja, alle vegetarischen Vorspeisen, bitte.“ Kurz darauf verschwand sie und brachte die Bestellung in die Küche.

Mein Mann und ich nutzten die Zeit und unterhielten uns angeregt über dieses und jenes. Die Zeit verstrich und langsam fragten wir uns, wo denn nun langsam das Essen blieb. Es war nämlich so, dass außer uns gerade mal vier andere Leute da waren und die hatten ihr Essen vor uns bestellt und schon lange bekommen. Mein Mann war sich irgendwann sicher, dass wir bestimmt schon eine Stunde gewartet haben, ich verneinte und meinte: „Das kann ja gar nicht.“ Ein Blick auf mein Handy belehrte mich aber eines besseren. Wir warteten knapp 45 Minuten, ohne vom Personal irgendeine Info zu bekommen.

Ich muss dazu auch sagen, dass unser Platz vielleicht nicht besonders gut gewählt war, denn dort, wo sich das Personal die meiste Zeit aufhielt (in der Nähe vom Tresen), konnten wir sie überhaupt nicht sehen. Somit haben sie uns auch nicht gesehen, und vielleicht doch erst versehentlich vergessen?

Ich kann da nur spekulieren, ich habe sie ja nicht zu Gesicht bekommen, aber als dann die 50 Minuten-Marke erreicht war, kam dann endlich das Essen. Ich war gespannt auf die fünf (oder waren es sechs?) Vorspeisen, denn die hatten sich sehr interessant gelesen. Mein Blick änderte sich kurz darauf aber in Verwunderung, als man uns acht Schälchen auf den Tisch stellte. Ich habe gerade fragen wollen, warum es denn mit einem Mal so viele Vorspeisen sind, als die Kellnerin freundlich meinte: „So, das sind nun alle vegetarischen Beilagen.“ Ich schaue sie an und entgegne, ebenso freundlich, aber bestimmt: „Eigentlich hatte ich ja die Vorspeisen bestellt.“ Die Kellnerin war sichtlich peinlich berührt und eilte zu ihrer Kollegin, die die Bestellung aufgenommen hatte. Die hat sich dafür in aller Form entschuldigt und bot an, das alles mitzunehmen und uns die Vorspeisen zu bringen. Dabei wies sie uns darauf hin, dass es ja eigentlich nur noch drei Vorspeisen wären, weil sie die anderen gestrichen hatten. Die Karte war also auch nicht auf dem aktuellen Stand…

Weil wir aber schon enormen Hunger hatten – und wir dann wieder länger aufs Essen hätten warten müssen (außerdem wollten wir nicht, dass das Essen weggeworfen wird – denn einmal zum Gast gebracht, landet es automatisch in der Tonne), entschieden wir uns, zwei Schalen (von denen es eigentlich laut Karte zehn hätten sein müssen – vermutlich war die in dem Punkt aber auch nicht aktuell)zu entfernen und dann den Rest zu essen.

Mein Mann war mit dem Essen sehr glücklich. Ich war es nicht, mir hatte nur eine der Speisen geschmeckt, der Rest war entweder nicht mein Geschmack oder es beinhaltete eine einzige Gemüsesorte in Soße – und dabei mag ich es doch farbenfroh!

Dieses Restaurant wirbt damit, ein „Category A Restaurant“ zu sein, und macht dann solche Fehler? Bei dieser Werbung war meine Erwartung so hoch geschraubt, dass ich von dem Restaurant eigentlich die Nase voll habe. Sicher kann einem das mal passieren, dass man als Kellner etwas durcheinander bringt und dass man als Koch auch einmal etwas verplant. Aber sowohl die Wartezeit als auch die Verwechslung waren für mich, aber auch für meinen Gatten, zu viel des Guten.

Habt ihr auch schon mal einen derartigen (ähnlichen oder schlimmeren) Restaurant-Fail miterlebt? Wie ist es bei euch gelaufen? Was geht, eurer Meinung nach, in einem Restaurant gar nicht? Welche Fehler sind unverzeihlich?

Geburtstagsessen im Restaurant – Pleiten, Pech und Pannen
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Verena Walter

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