Die Qual der Wahl

Während man früher so viel nicht bekommen hat und man von Glück reden konnte, das zu kriegen was man haben wollte, leben wir heutzutage in einem Überfluss, bei dem man immer nur die Qual der Wahl hat. Es gibt diverse Hersteller von Autos – auch in verschiedenen Modellen erhältlich, und das Gleiche gibt es auch für Computer, Laptops, Handys, Smartphones, Stereoanlagen, Fernseher, MP3-Player – aber auch Kleidungshersteller, Lebensmittelproduzenten und vieles mehr.

Heute haben wir alles und von allem zu viel. Besonders schlimm wird es, wenn wir glauben, dass wir auch alles haben müssen! Ich kenne Menschen, die dieses Problem haben und sich dann am Ende entweder mit dem Problem herumplagen, dass sie gar nicht mehr wissen wohin mit dem Kram, oder aber sie sind ständig pleite, weil sie sich von allem das neueste Modell leisten wollen, es sich aber nicht leisten können. Ein entfernter Verwandter von mir hat beispielsweise das Problem gehabt, dass sein Auto kaputt gegangen ist und er es dringend reparieren lassen musste. Das Auto war für sie auch deswegen wichtig, weil sie ohne Auto nicht rechtzeitig zu ihrer Arbeitsstelle gekommen sind, er und seine Frau. Anstatt aber vom ersten Geld dann die Reparatur für das Auto zu bezahlen, musste er das neueste Apple Handy haben.

Mit derartigen Prioritäten ist es kein Wunder, wenn alles den Bach runter geht und man sich vor lauter I-Phones und KlimBim nicht mehr retten kann, das eigentliche finanzielle Desaster aber bestehen bleibt.

Bei mir kenne ich das Problem eher, dass ich beispielsweise zwei verschiedene Paar Schuhe vor mir liegen habe, ich habe beide anprobiert und stelle fest, dass sie mir beide gut passen – das Design ist hübsch und was die Kosten betrifft, befinden sich beide in meiner Preisklasse. Dann ist es zuweilen so, dass ich davor stehe, mir beide Schuhe angucke und dann überlege, welche mir besser gefallen, und wenn ein paar teurer ist, ob es diesen zusätzlichen Kostenfaktor wert ist. Ist er eine Schuh beispielsweise bloß teurer, weil der Schuh von einem besonderen Hersteller stammt, im Prinzip aber genauso viel wert und genauso verarbeitet wurde wie der andere, dann denke ich gar nicht daran, mir den Schuh zu kaufen, der mehr kostet. Ist es jedoch die Optik, die mir beim anderen Schuh zusagt, dann schwanke ich zwischen: Günstiger, aber nicht so schick (schon hübsch, aber halt nicht sooo hübsch) und nicht gerade preiswert, aber dafür wahnsinnig hübsch!

Die gleiche Problematik tritt auf, wenn man sich getreu dem LoLa-Prinzip von alten Dingen trennen will und anfängt seine Wohnung, den Keller, die Garage oder die Abstellkammer zu entrümpeln. Das eine kann man ja nicht weggeben, das war ein Geschenk, das nächste möchte man unbedingt behalten, weil es so viel Geld gekostet hat und das nächste ist ein Familienerbstück, das muss einfach hier bleiben. Da spielt bei vielen auch die Vernunft keine Rolle, die einem erklärt: „Das hast du noch nie benutzt“ oder „Du kannst es nicht mal ausstehen.“

Bei einer lieben Nachbarin habe ich das schon gesehen: Alles ist voll gestellt mit kleinen Figuren! Porzellanpüppchen hier, Blumenvasen da. Das sieht bei ihr aus wie im Krimskramsladen – und es gefällt ihr auch eigentlich nicht. Sie weiß, dass sie sich von etwas trennen muss, aber sie schafft es nicht.

Wie ist es bei euch mit der Qual der Wahl? Könnt ihr euch leicht von Dingen trennen oder fällt es euch genauso schwer? Wie ist es, wenn ihr etwas Neues kaufen wollt, habt ihr da auch Entscheidungsschwierigkeiten oder fühlt ihr euch von der Masse an Produkten erschlagen?

Die Qual der Wahl
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Verena Walter

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