Der Kieferchirurg – wenn es nicht anders geht

Viele Menschen haben Angst davor zum Arzt zu gehen, vor allem der Zahnarzt macht vielen bereits im Vorfeld große Zahnschmerzen. Dabei sind die Zahnärzte, genauso wie alle anderen Ärzte nur dafür da, um den jeweiligen Körperteile, auf die sie sich spezialisiert haben, gesund zu erhalten oder wieder gesund zu machen, wenn wir ein Problem haben. Ebenso helfen sie uns dabei, präventive Maßnahmen zu ergreifen und etwaige Krankheitssymptome rechtzeitig zu erkennen. Deswegen soll man auch regelmäßig bei den jeweiligen Ärzten vorbei schauen, damit das Problem nicht erst erkannt und behandelt wird, wenn es ausgebrochen ist, sondern man bereits im Vorfeld etwas unternehmen kann.

Aber die Zahnärzte wissen nicht immer Rat. Sie müssen ihre Patienten zuweilen zum Kieferorthopäden oder zum Kieferchirurgen schicken, damit ihnen dort geholfen werden kann. Aber wie sieht der Eingriff dieser Menschen aus?

Fangen wir an!

Was ist der Unterschied zwischen einem Kieferorthopäden und einem Kieferchirurgen?

Viele glauben, dass der Kieferorthopäde und der Kieferchirurg ein und die selben Behandlungsschritte machen, doch dem ist nicht so. Hier eine kleine und einfache Erklärung:

Das bedeutet also, dass der Kieferchirurg einen chirurgischen Eingriff am Kiefer vornimmt, während der Orthopäde lediglich Zahnspangen geben darf.

Beide haben gemeinsam, dass sie sich um den Kiefer des Patienten kümmern, damit dieser keine funktionellen Schwierigkeiten hat (das beinhaltet kauen, schlucken und sprechen) und das Ergebnis ästhetisch aussieht. Schließlich will keiner von uns nach einer Behandlung schlimmer aussehen als im Vorfeld, wobei man natürlich bei Narben nicht viel machen kann.

Wann ist welcher Arzt zuständig?

Da der Kieferorthopäde nur Zahnspangen machen darf, ist er nur für die Fälle zuständig, bei denen eine leichte Zahnverschiebung notwendig ist. Ich habe in jungen Jahren eine solche Behandlung hinter mir. Es fing an mit einer festen Zahnspange, die nur am Oberkiefer angebracht war, später bekam ich eine lockere Zahnspange, die ich nachts tragen musste, und das auch nur oben, das wechselte später auf eine lose Zahnspange für den Oberkiefer und eine für den Unterkiefer und zu guter Letzt musste ich bloß noch eine lose Zahnspange in der Nacht für den Unterkiefer tragen. Und nach einer längeren Zeit haben sich die Zähne so hingestellt, wie der Arzt es wollte, wodurch ich nicht länger nur mit den Schneidezähnen aufeinander kam, sondern fortan mit meinen Backenzähnen kauen konnte.

In anderen Fällen ist die Zahnfehlstellung bereits so groß (oder man hat es in jungen Jahren versäumt), sodass eine Zahnspange das Problem nicht mehr bewerkstelligen kann. In solchen Fällen kommt der Kieferchirurg zum Einsatz. Dabei kann die Behandlung ambulant oder in Vollnarkose erfolgen und muss dann natürlich abheilen. Je nachdem wie tiefgreifend und groß der Eingriff ist, dauert auch die Heilungszeit. Handelt es sich beispielsweise „bloß“ um das Entfernen von Weisheitszähnen, ist der Heilprozess natürlich deutlich kürzer, als wenn man ein ganzes Gebiss korrigieren muss.

Wie wichtig und lebensnotwendig der Eingriff eines Kieferchirurgen sein kann, zeigt folgendes Video:

Besser ein Zahnarzt der alles kann?

Es soll wohl auch Zahnärzte und andere Doktoren geben, die mehrere Arten von Eingriffen anbieten und sich auf mehrere Dinge spezialisieren. Das ist sicher sehr praktisch, wenn man alles zusammen im gleichen Haus erledigen lassen kann. Aber ich bin ehrlich, ich finde eine Behandlung von mehreren Ärzten nicht verkehrt. Wenn es sich um kleinere Tätigkeiten handelt, wie das Entfernen eines Weisheitszahns, dann ist das in Deutschland in vielerlei Hinsicht Gang und Gäbe, wenn der normale Zahnarzt diesen Eingriff auch beherrscht. Jedoch sehe ich nichts falsches darin, wenn sich die Ärzte spezialisieren und der eine nur die normale Zahnmedizin macht, der andere sich bloß auf die Kieferorthopädie beschränkt und der darauf folgende Arzt nichts anderes macht als Kieferchirurgie.

Schließlich darf man nicht vergessen, dass alle diese Ausbildungen und Studiengänge, sowie Weiterbildungen sehr langwierig sind. Wer später als Mund-Kiefer-Gesichtschirurg arbeiten will, muss mindestens eine 60 monatige Ausbildung absolvieren. Bei den anderen Arbeiten ist die Ausbildungslänge ähnlich – und ich muss sagen: wenn sich jemand nur auf eine Sache spezialisiert, dann kann ich mir sicher sein, dass er seinen Job versteht. Denn dann ist dieser Arzt Fachmann beziehungsweise Fachfrau auf dem jeweiligen Gebiet. Wenn zu viele medizinische Behandlungsarten miteinander vermischt werden, dann sehe ich da große Schwierigkeiten drin. Das gilt insbesondere für Ärzte und Fachmänner, die sich in mehreren Bereichen als Fachmann positionieren, die miteinander nicht das Geringste zu tun haben.

Mal als Beispiel: Wie vertrauenswürdig käme dir ein Jurist vor, der dich in verschiedenen Rechtsfällen beraten und unterstützen kann, gleichzeitig als Fitnesscoach arbeitet und nebenbei als Bäcker tätig ist? Wohl eher nicht, oder? Und so sieht es mit anderen Fachexperten auch aus.

Warum bieten wenige Ärzte alles an?

Auch wenn die normale Zahnmedizin, die Kieferchirurgie und die Kieferorthopädie viel gemeinsam haben, sind natürlich auch einige tiefgreifende Unterschiede dabei, weswegen die Ausbildung nicht nur wesentlich länger dauert, sondern dementsprechend natürlich auch viel umfangreicher ist. Aber nicht jeder hat die Zeit, die Geduld und das Geld so lange zu studieren, geschweige denn eine Ausbildung zu machen.

Wo finde ich den besten Arzt?

Google ist was das angeht, finde ich, immer eine gute Hilfe. Einfach nach „Kieferchirurg Karlsruhe“, „Kieferchirurgie Hamburg“ oder in Kombination mit dem jeweiligen Ort oder Landkreis suchen, in dem man sich befindet. Wenn man Glück hat, sind die sogar bei Google bewertet worden und man kann sich zusätzlich die Bewertungen von anderen Patienten durchlesen.

Habt ihr Angst vor zahnärtzlichen Behandlungen?

Seid ihr mutig oder eher ängstlich, wenn es um Ärzte geht? Oder gibt es nur bestimmte Ärzte, die euch Magenschmerzen bringen? Wie geht ihr damit um und welche Behandlungen habt ihr bereits hinter euch? Bei mir waren zum Glück noch nicht viele Eingriffe nötig, ein paar kleinere Löcher wurden gereinigt und gestopft, mir wurden in jungen Jahren 2 Weisheitszähne gezogen und dann hatte ich noch die Zahnspangengeschichte – mehr (erzählenswertes) kann ich aus der Zahnmedizin nicht mitnehmen.

Wenn ihr ebenfalls eine Geschichte, Erfahrungen oder Ängste teilen wollt, dann könnt ihr das in der Kommentarsektion sehr gerne machen. Wollt ihr mich ein wenig unterstützen? Dann gebt dem Beitrag eine positive Bewertung und teilt ihn mit eurer Familie und euren Freunden auf Facebook. Ich bedanke mich für eure Zeit, hoffe, dass ich euch helfen konnte und wünsche euch einen fantastischen Tag. <3

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Verena Walter

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