Haustiere und Kinder retten keine Beziehung

Bei manchen Pärchen beginnt es wie in einem wunderschönen Märchen und es endet in einem Albtraum. Er trifft sie oder sie trifft ihn, ihre Blicke treffen sich und sie sind sofort Hals über Kopf ineinander verliebt. In der ersten Zeit tragen beide auch noch die rosarote Brille und fühlen sich wie im siebten Himmel. Doch dann kommen verschiedene Ereignisse, man legt allmählich die rosarote Brille ab und man erkennt die Fehler des Partners.

Es wird zunächst darüber gesprochen, danach wird man energischer, fängt irgendwann vielleicht noch an zu schreien, wird frustriert oder aggressiv. Es kommt zum Streit, und das nicht nur einmal, sondern ständig. Die Reibereien nehmen zu, werden von mal zu mal lauter, und nicht selten passierte es, dass der eine dem anderen Sachen hinterher wirft. Spätestens jetzt ist klar, dass es Zeit ist, sich von diesem Menschen zu trennen. Aber genau das fällt vielen so unheimlich schwer, weil sie nicht diesen Menschen hassen, sondern ihn immer noch lieben, sich aber von ihren Gewohnheiten oder Macken gestört fühlen; manche haben auch das Gefühl immer als Buh-Mann hingestellt zu werden und sind nur deshalb frustriert, ihre Liebe ist aber immer noch da (oder ist es am Ende doch nur Gewohnheit?).

Vorbildlich, dass einige von ihnen sich nicht trennen, sondern es noch einmal von vorne beginnen möchten; dass sie ihre Liebe und alles was sie sich aufgebaut haben, nicht weg werfen wollen. Allerdings sind einige Methoden eher fragwürdig als hilfreich. Inwiefern glaubt man mit einem Hund oder einem gemeinsamen Kind die zerbrechliche Beziehung wieder zu kitten oder gar in Schwung zu bekommen?

Beides (sowohl ein Kind als auch ein Haustier) bedeuten nämlich in erster Linie Arbeit und jede Menge Verantwortungsgefühl. Sicherlich müssen sich beide ineinander einfühlen, sie müssen Pläne machen und sich an die vorgeschriebenen Regeln halten, aber beide Situationen verschärfen oftmals nur den bereits bestehenden Streit – vor allen Dingen dann, wenn keiner von beiden in der Lage ist auf den anderen zuzugehen und niemand bereit ist Kompromisse einzugehen. Ein Hund bedeutet, dass man mit ihm nicht nur mehrere Stunden aus dem Haus gehen muss, er bedeutet auch geistige Forderung und Förderung, sowie jede Menge Aufmerksamkeit, Liebe und natürlich bedeutet es, dass man ihn erzieht. Bei Kindern ist das in vielen Punkten nicht anders, besonders zu Anfang muss man sich grundsätzlich nach dem Kind richten, es füttern, es wickeln – und die Zeit in der Schwangerschaft ist auch kein Zuckerschlecken. Von den ganzen Leiden, die eine Schwangere bekommen kann, gibt es so einige Damen alles ab, was für beide Partner gleichermaßen stressig und anstrengend ist.

Abgesehen davon haben beide Partner in dem Zeitraum kaum die Gelegenheit ihre Probleme miteinander in den Griff zu kriegen, weshalb die Situation in vielen Fällen auch nicht besser werden kann. Das Ergebnis ist nur, dass man aufgrund von Pflicht- und Verantwortungsgefühl beieinander bleibt, und das rettet auf Dauer keine Beziehung. Letzten Endes sind dann die gemeinsamen Kinder und die gemeinsamen Haustiere die Leidtragenden, da sie sich die meiste Zeit über von einem Familienmitglied trennen müssen, weil sie beim anderen wohnen. Oder im allerschlimmsten Fall, sitzt das Elternteil mit einem Kind da, das es nicht haben möchte und der Hund wird einfach (wie bei einem Fehlkauf) weg gegeben, ausgesetzt oder landet im Heim.

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Die Anschaffung eines Haustiers bzw. die Planung für ein Kind wollen gut überlegt sein.

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Verena Walter

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