Warum haben Menschen Angst vor Spinnen?

Viele Menschen stellen sich die gleiche Frage: Warum haben Menschen Angst vor Spinnen? Eine schier unlösbare Frage, der sich auch die Psychologen und Wissenschaftler ratlos gegenüber stehen. Laut meinem Wissen ist noch keine eindeutige Lösung dazu veröffentlicht worden. Aber ich möchte gerne meine Meinung zu diesem Thema kund tun. Ich wüsste nämlich ein paar gute Gründe, warum Spinnen bei unserer Gattung nicht besonders beliebt ist.

1. Das Aussehen

Die Spinne ist mit seinem Aussehen besonders skurril. Nicht nur, dass es nicht zu den Insekten gehört, sondern eine eigene Rasse hat, die Spinne hat im Vergleich zu den üblichen Insekten 8 Beine, und darüber hinaus haben sie noch zwei sogenannte Pedipalpen, sozusagen 2 Taster, die von manchen Menschen fälschlicherweise als Beinpaar gesehen werden! Man nehme vergleichsweise einen Tausendfüßler oder einen Ohrenkneifer, der ist den Menschen mit all den vielen Beinen auch nicht geheuer. Zudem haben die Spinnen zum Teil besonders lange, manche dicke, andere dünne und bis zu 7-gliedrige Beine.

 

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Anders als Insekten, haben Spinnen keine Fühler und besitzen auch keinen dünnen Mittelteil. Eine Ameise hat beispielsweise einen Kopf, in der Mitte einen schmalen Rumpf und am Ende ein breiteres Hinterteil. Die Spinne hingegen besitzt nur 2 große Körperteile, einmal der große hintere Teil, aus dem sie ihre Fäden zieht und dann der obere Part, an dem sich die meisten bis alle Beine dran befinden. Diese Teile sind von Spinne zu Spinne nicht identisch, manche haben ein langes und dünnes Hinterteil, andere ein pralles und dickes, und auch der Kopf weicht von der einen zur anderen Spinne ab. Der Kopf ist bei der Spinne hierbei nicht separat durch einen weiteren Teil abgetrennt, sondern befindet sich in unmittelbarer Nähe zu ihrem Gesicht. Allein die Vorstellung ist bei vielen Menschen äußerst befremdlich. Man stelle sich nur mal vor unsere normalen Haustiere, wie die Katze oder der Hund, hätten die Beine dicht am Kopf.

Wo wir gerade beim Gesicht sind. Ihr Mundwerkzeug schimpft sich Kieferklaue (in Fachkreisen auch Chelizeren genannt), die denen der Skorpione und Milben nicht unähnlich sind, und die sind bei der Spinne besonders groß. Auch hier ist es von Spinne zu Spinne abweichend, besonders gut sind diese Kieferklauen bei den Taranteln und den Vogelspinnen zu sehen. Gerade so eine Nahaufnahme einer Spinne, lässt so manchen Mitmenschen ein Schauer über den Rücken laufen.

 

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Ebenso gruselig sind auch die vielen Augen, die eine Spinne hat. Sie haben nicht, wie man es von dem Großteil der Tiere und Insekten gewohnt ist, ein einziges Augenpaar. Manche Spinnen haben 3 oder 4 Augenpaare, also umgerechnet 6 oder gar 8 Augen. Das ist für unser Verständnis von niedlich und hübsch, nicht zutreffend. Ebenso wenig wie Höhlenspinnen, die zum Teil auch überhaupt keine Augen haben! (Wozu auch? Regenwürmer und Nacktmulle befinden sich auch hauptsächlich unter Tage und benötigen daher keine Augen)

Auch in Bezug auf die Haare sind die Menschen ganz unterschiedlich gestrickt, manche finden die Spinnen besonders gruselig, wenn sie nackt sind, also ohne irgendeine Behaarung, andere finden sie deutlich schauriger, wenn sie eine Körperbehaarung haben.

Auch wenn das Aussehen von Spinnen sehr symmetrisch ist und eigentlich das ja als ästhetisches Plus gilt, sind Spinnen mit ihrer Symmetrie für den Großteil der Menschen keine besondere Schönheit.

 

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2. Die Gefahr

Nicht jede Spinne ist gleichermaßen gefährlich. Aber wenn man hört, wie gefährlich manche Spinnen für uns sind, dann werden nicht selten alle Spinnen über einen Kamm geschoren. Man braucht sich ja nur einmal in der Medienlandschaft umzusehen. Wie schnell steigen Menschen auf die Barrikaden, weil ein Hund ein Kind angefallen hat. Ist ja auch richtig, ich meine, Hund sollten keine Kinder anfallen. Kommt aber heraus, dass es sich um eine bekannte, verhasste und zum Teil bereits als gewaltbereite Hunderasse dargestellte Tierart handelt, dann herrscht gleich richtig Alarm.

Ich meine, würde jetzt ein Pudel einen kleinen Jungen auf dem Spielplatz anfallen, käme kein Mensch auf die Idee bei sämtlichen Pudelbesitzern zu gucken, ob ihr Hund nicht doch eine Gefahr darstellt. Handelt es sich jedoch bei dem Hund um einen Boxer, einen Bullterrier oder um einen Rottweiler, dann werden alle Kampfhunde in den Medien zerrissen, bis den Menschen zur Genüge eingetrichtert werden muss, wie gefährlich Kampfhunde sind (und natürlich wird in vielen Fällen so berichtet, als wären ALLE Kampfhunde eine Gefahr für die Menschheit).

Und nun sind da die Spinnen, die nicht nur vom optischen Standpunkt her keinen Schönheitspreis gewinnen, sondern auch noch giftig sind. Sie alle sind giftig, nur nicht alle gleichermaßen für uns Menschen. Vielen Spinnen wird nachgesagt, dass sie wahnsinnig gefährlich für uns sind, und wenn man hört und liest, dass es Arten gibt, bei denen man über mehrere Stunden oder auch Tage hinweg Schmerzen, Lähmungen, Entzündungen und Schwellungen haben kann, zeugt das schon von einer gewissen Gefahr. Tödlich sind aber nicht viele Spinnen, schon gar nicht im europäischen Raum. Abgesehen davon gibt es bei vielen Spinnen und dessen Gift bereits ein Antiserum, mit dem man die Wirkung des Giftes ausschalten kann.

Die eigentliche Gefahr eines Spinnenbisses besteht bei Allergikern. Ähnlich wie bei einer Bienenstichallergie, kann ein allergischer Schock entstehen, der zu Atemnot, Kreislaufproblemen oder im schlimmsten Fall auch zum Tod führen kann. Das hat aber weniger mit der Spinne oder der Gefahr ihres Giftes zu tun, als mit der Schwere der Allergie.

In vielen Fällen machen wir die Gefahr aber auch von der Größe der Spinne abhängig. Ein Weberknecht wirkt auf uns nicht so bedrohlich wie eine Hausspinne, stehen wir aber eines Tages mal einer großen behaarten Vogelspinne gegenüber, kommen wir vermutlich ohne Weiteres mit einer Hausspinne klar.

3. Die Erziehung

Viele Ängste sind einfach von den Eltern oder anderen Familienmitgliedern anerzogen. Kinder schauen sich von den Menschen in ihrer Umgebung ab, wie sie mit gewissen Sachen, Situationen und Lebewesen umgehen, und wenn sie am laufenden Band mit Menschen zusammen sind, die sie gern haben und die immer wieder bei einer Spinne schreiend aus dem Haus rennen, ist es für sie völlig normal, bei jedweder Art von Spinne die Flucht zu ergreifen.

 

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Es ist also keineswegs eine Urangst, die manchen von uns inne wohnt, sondern lediglich eine Angst, die man von seinen Mitmenschen erlernt hat. Eine solche Angst ist nichts ungewöhnliches, immerhin haben unsere Eltern uns auch immer gewarnt, wenn wir mit einem Messer oder einer Schere herumgespielt haben – nur ist nicht jede Angst gleichermaßen berechtigt. In jungen Jahren ist man noch nicht in der Lage das zu verstehen. Man sollte vorsichtig sein, welche Angst man seinem Kind vermittelt und in welchem Maße.

4. Die Darstellung

Zu Halloween zählen die Spinnen als Zeichen des Gruselns und in der Gothic-Szene gehört die Spinne in vielen verschiedenen Varianten dazu. So und ähnlich sieht es auch in vielen Filmen und allgemein im TV aus. Wie wird denn die Spinne dargestellt? Als unser Freund und Helfer? Eher nicht.

In der Regel ist die Spinne der große böse Übeltäter. Glaubt ihr nicht?

Wie ist es denn dann bei der Biene Maja? Kennt da irgendwer die Spinne Thekla? Wie wird sie denn in der Serie dargestellt? Dadurch, dass die Serie von dem Bienenmädchen Maja und ihren Freunden handelt, kommt Kreuzspinne Thekla mit ihren Versuchen sich Maja und ihre Freunde zu schnappen natürlich nicht gut weg. Zumindest ist es selten so, dass derjenige, der die Hauptprotagonisten einer Serie fressen will, gut weg kommt.

 

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Naja und bei manchen Filmen wie Arac Attack oder Arachnophobia braucht man ja gar nicht weiter sprechen – auch da sind die Spinnen die Wurzel allen Übels und greifen die Menschen an. Ich meine, das ist nicht sympathisch, oder? Die Spinnen aus Jumanji, die Spinnen aus dem Film Taranteln – sie kommen um zu töten (ich meine, der Film sagt doch schon alles).

Ich will nicht sagen, dass Spinnen IMMER und ÜBERALL nur schlecht weg kommen. Das muss man nun wirklich sagen, bei Spider-Man ist die Spinne ja im Nachhinein, auch wenn sie Peter Parker gebissen hat, gut gewesen. Und damit ja eigentlich für die ganzen Menschen, denen Spider-Man helfen konnte 🙂 Allerdings muss ich dazu sagen, dass mir mehrere Beispiele nicht einfallen.

Dabei sind Spinnen äußerst nützliche Tiere (ich weiß, das hört ihr nicht zum ersten Mal). Und manche von ihnen sind auch gar nicht so abstoßend 🙂

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Verena Walter

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