Ist man mit Kindern glücklicher als ohne?

Das ist eine gute Frage, mit der sich viele Menschen beschäftigen. Ist man glücklicher, wenn man Kinder hat oder ist das Leben schöner, wenn man keine hat? Das ist nicht einfach zu beantworten, vor allem, weil es nicht nur darauf ankommt wie der Charakter des Kindes ist, sondern wie man selbst zu Kindern steht. Wer grundsätzlich zu bequem ist für irgendetwas oder irgendwen die Verantwortung zu übernehmen, der wird mit einem Kind höchst wahrscheinlich keine Freude haben, zumindest nicht, wenn er bei seinen alten Ansichten bleibt.

Ebenso schwierig kann es werden, wenn man von Natur aus nicht viel Geduld hat und nicht besonders stressresistent ist. Wer bei Kleinigkeiten schnell an die Decke geht und wem es schwer fällt Ruhe zu bewahren, wird es mit einem Kind ebenfalls schwer haben. Genauso kompliziert kann es werden, wenn man sich nicht in ein Kind hineinversetzen kann, sondern immer von einem völlig anderen Standpunkt (und sei es auch nur der eigene) ausgeht.

Diese und ähnliche Eigenschaften machen die Erziehung und das leben mit einem Kind schwieriger und komplizierter als es eigentlich ist. Wer so tickt und sich für sein Kind nicht ändern kann/will, der wird mit einem Kind auch nicht glücklich werden. Es ist auch vielen schon vorgekommen, dass sie zwar über die richtigen Voraussetzungen verfügen, sich aber alles viel zu einfach vorgestellt haben und dann aus allen Wolken fallen, wenn das Kind nicht so agiert, wie sie es sich immer vorgestellt haben. So ein Elend, das Kind schmiert sich immer mit dem Essen ein, anstatt es in den Mund zu nehmen. Himmel, Herr Gott noch mal, jetzt ist schon wieder alles dreckig, dabei habe ich eben sauber gemacht…

Ein Kind ist eine enorme Verantwortung, der man zumindest zum Teil gewachsen sein sollte und in die man hineinwächst. Man macht sicher nicht alles von vornherein richtig, aber man muss sich auf diese Veränderung auch einlassen, wenn man sich vornimmt ein Kind zu bekommen. Tut man das nämlich nicht und beharrt auf Dingen, die einfach (noch) nicht machbar sind, werden Kind und Elternteil nur frustriert und traurig aus den entsprechenden Situationen gehen.

Es ist im Prinzip das Gleiche wenn man sich einen Hund oder ein anderes Lebewesen ins Haus holt. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen stimmen (Finanzen, Wohnfläche usw.) und man muss bereit sein die damit einher gehenden Veränderungen zu akzeptieren und sich nach ihnen zu richten. Das heißt, dass man nach dem Kind schauen geht, wenn es weint und dass man das gerade zu Anfang auch machen muss, wenn der Sohnemann oder das kleine Töchterlein mitten in der Nacht schreit.

Die Bereitschaft für die Verantwortung und die dazugehörigen Konsequenzen müssen akzeptiert und umgesetzt werden – dann ist die Chance hoch, dass man mit einem Kind glücklich ist. Kriegt man dies nicht hin, ist die Entscheidung für ein kinderloses Leben sicherlich nicht verkehrt.

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Verena Walter

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