Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Bei vielen Menschen weiß man, dass ihre Handlungen gut gemeint sind, doch nicht alles was gut gemeint ist, ist automatisch gut gemacht. Das gilt für alle – Eltern, Kinder, Verwandte, Freunde und vieles mehr.

„Mama weiß, was gut für dich ist.“

Mit dem Wunsch, dass es dem Kind später besser geht als einem selbst, streben die Eltern an, dass das Kind Dinge lernt, die ihm bestimmt im späteren Leben nützen. Von einer Sache höre ich in dem Zusammenhang besonders oft: Französischunterricht. In vielen Schulen hat man die Möglichkeit ab einer bestimmten Schulklasse Französisch als zusätzliche Unterrichtseinheit zu bekommen. Die Kinder wollen das nicht, sie haben dazu keine Lust, vielleicht weil sie nicht besonders Interessiert oder begabt in Sprachen sind, vielleicht weil sie französisch nicht interessiert und sie sich lieber mit etwas anderem beschäftigen wollen.

Aber die Eltern sind davon überzeugt, ihren Kindern eine bessere Zukunft geschafft wird, wenn sie ihre Kinder in neue Kurse eintragen. Wobei man natürlich sagen muss, dass die Zusatzkurse in der Schule (soweit mir bekannt) stets kostenlos sind. Gerade die Familien, die nicht besonders viel Geld verdienen, nehmen diese Optionen gerne an. Leider werden mit den Wünschen der Eltern die Wünsche der Kinder nach hinten gestellt oder auch ignoriert. Dadurch kommt unnötiger Stress für die Kinder dazu, vielleicht auch noch schlechte Noten und für manche Beziehungen ist dieser Zwang zudem noch schädlich.

„Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“

Der Wunsch nach Sicherheit und Beständigkeit ist für jeden von uns wichtig – aber in einigen Punkten ist es kaum machbar. Hinsichtlich des Jobs beispielsweise haben es die Menschen zuweilen immer schwerer eine Festanstellung zu kriegen. Ab einem bestimmten Schulabschluss ist so eine Festanstellung kaum noch gegeben, sondern man wird mit Maßnahmen, 1-Euro-Jobs, Praktika oder mit der Dauerarbeitslosigkeit bestraft. Aber nicht nur die Menschen mit einem niedrigen Bildungsabschluss haben es zuweilen schwer. Wisst ihr wie viele Studenten in Deutschland arbeitslos ist? Ein abgeschlossenes (gutes) Studium schützt nicht vor der Arbeitslosigkeit. Vielleicht sind nicht so viele Stellen für Akademiker zu vergeben oder vielleicht hat man auch das falsche studiert?

Dementsprechend machen sich viele Menschen auf ins Ausland, um dort ihr Glück zu versuchen oder machen sich gar selbstständig. Dann kommen aber von sämtlichen Seiten diese bestimmten Freunde und Familienangehörigen, die einem erklären, dass der Spatz in der Hand viel besser sei als die Taube auf dem Dach. Das mag bei einigen Menschen zutreffen – das gilt aber noch längst nicht für alle. Das Unterdrücken dieser Ideen wird oft so lange in den anderen hinein geimpft, bis er von seinem Vorhaben ablässt, sich entweder in zahllosen Bewerbungen verliert, von einem Minijob zum nächsten wechselt oder laufend nur vom Arbeitslosengeld leben muss.

Es wäre etwas anderes, wenn jemand beispielsweise keinerlei Ahnung von Sport und Ernährung hat und sich dann als Fitnessexperte auf dem Markt positionieren möchte, oder wenn jemand den großen Chefkoch mimt und seine Gerichte immer nur mit Fertigsoßen und Pulver anrührt. Aber mit den richtigen Informationen und Qualifikationen, sollte man den Menschen lieber unterstützen, anstatt ihm alles ausreden zu wollen.

„Aber was ist, wenn…?“

Mütter sorgen sich um ihre Kinder – und das ist auch gut so. Sie wollen, dass es ihrem Spross gut geht, und dass sie glücklich sind. Dementsprechend machen sie sich auch Gedanken, wenn ihr Kind ein paar Pläne hat, die ihnen nicht erfolgversprechend erscheinen. Mir ist eine Mutter bekannt, die sich ziemlich viele Gedanken und Sorgen macht, und demzufolge auch laufend bei ihrem Kind anruft und ihm diese Sorgen mitteilt. Beispielsweise erzählt er das eine Mal, dass er ein wenig Schmerzen am Zeh hatte, das Problem hatte sich aber nach dem Nagelschneiden erledigt, denn ein Stück vom Nagel wollte sich in die Haut bohren. Nagel geschnitten, Problem gelöst. Dennoch rief sie ihn zig viele Male an, ob er nicht besser zum Arzt gehen wolle, und sie hatte ja noch etwas schlechtes im Internet gelesen und und und und.

Sicher: Sie meinte es gut, und wollte, dass er gut (bzw. besser) auf sich aufpasst. Allerdings erreicht man meist nur das Gegenteil, wenn man anderen Menschen auf den Keks geht und sie am laufenden Band mit ihren eigenen Sorgen konfrontiert. Nicht nur, dass man mit diesem Menschen irgendwann nicht mehr sprechen möchte, darüber hinaus bewirkt man von den vielen nervigen Fragen und dem wiederholten Anrufen nur das Gegenteil.

„Komm, Schatz, ich mach das!“

Es ist für viele Paare immer wieder herrlich, wenn der Partner sich zur Abwechslung um die eine oder andere Aufgabe kümmert. Beispielsweise, wenn es heißt: „Komm Schatz, du hast so viel gemacht. Ich kümmere mich ums Essen. Ich koch uns was Feines.“ Das lässt Frauenherzen höher schlagen, vor allen Dingen, wenn der Mann gut, gesund und lecker kochen kann, und nicht nur eine Pizza im Ofen gebacken kriegt. Allerdings dämpft sich die Freude, wenn man nach dem Essen einen Blick in die Küche wirft und es dort aussieht, als hätte dort eine Bombe eingeschlagen. Macht der Partner nachher noch die Schweinerei weg, ist es ja noch in Ordnung, meint er aber sein Teil ist mit Kochen getan und in der Küche sieht es aus wie Kraut und Rüben, dann ist das sicherlich nur gut gemeint und nicht gut gemacht. Gleiches gilt auch für andere Tätigkeiten im Haushalt. Wenn man schon dem Partner helfen will und ihm was abnimmt oder ihm eine Freude machen will, dann sollte man auch die Tätigkeiten übernehmen, die automatisch dazu gehören (Nicht nur Wäsche Waschen, sondern auch aufhängen; nicht nur kochen, sondern auch aufräumen, usw.).

Kennt ihr auch solche Fälle von gut gemeint und gut gemacht? Erzählt mir eure Vorfälle und Storys.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht
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Verena Walter

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