Frisch gebackene Mütter – ohweh ohweh

Wenn Frauen Mütter werden, ist es ein kleines Wunder. Sie haben mehrere Monate lang ein kleines Leben in ihrem Körper erschaffen und es dann ans Licht der Welt gebracht. Ein Lebewesen, das monatelang unter ihrem Herzen gelebt hat. Ein Lebewesen des eigenen Fleisch und Blutes. Mütter beschützten ihr Kind wie eine Löwin und tun alles, damit es ihrem Kind gut geht.

So gehört es sich für eine Mutter, aber bei manchen Müttern und manchen Aktionen bin ich doch etwas irritiert. (wie gesagt: manche; nicht alle!)

1. „Lass mein Kind in Ruhe“

Wie gesagt, Mütter, vor allem frisch gebackene Mütter, sind Löwinnen. Ihre Kinder sind ihnen das Wichtigste auf der Welt, sie beschützen sie vor alles und jedem… aber auch dann, wenn andere ihr Kind zurecht weisen. Ich habe da so eine Geschichte gehört, bei der ich fast hinten über gefallen bin. Eine Frau ist mit ihrem Sohnemann, eineinhalb Jahre, und ihrem Gatten in ihr liebstes Ferienresort gefahren. Verwandte (eine vierköpfige Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Zwillingen; vier Jahre) sind ebenfalls dabei gewesen. Sie wollten sich ein paar Tage lang eine schöne Zeit machen. Doch schon am ersten Tag stellten sich Probleme ein. Einer der Zwillinge hatte sich einen Stock gegriffen und ist damit auf das eineinhalb Jahre alte Kind losgegangen. Das Kind wurde nicht getroffen, aber natürlich hat sich die Mama des eineinhalb Jahre alten Kindes eingemischt und dem anderen Kind den Stock entrissen. Daraufhin, als das eine Zwillingskind geweint hatte, kam die Mutter der Zwillinge hinzu und belehrte die andere Mutter, dass sie ihre Kinder nicht zu erziehen habe. „Sie haben doch nur gespielt!“, erklärte die Mutter der Zwillinge, woraufhin die andere Mutter sich zu ihr umgedreht hat, den Stock hoch hielt und meinte: „Okay, wenn das so ist, dann spielen wir das Spiel jetzt weiter!“

Entschuldigung, aber mal im Ernst: Wenn ein Kind sich irgendetwas nimmt, womit es gefährlich sein könnte (und es spielt dabei doch keine Rolle für wen), dann kann man froh sein, wenn andere Eltern einschreiten, oder nicht? Es ist irrelevant, ob das Kind mit einem Stock, einem Glas, einem Buch oder was ähnlichem auf ein anderes Kind, die Oma, den Papa oder eine Katze hauen möchte.

2. „Mein Kind ist wichtiger als ich“

Das höre ich sehr oft von Müttern, und im Grunde ist nichts Falsches daran, dass die Mutter beispielsweise ihrem Kind zuerst das Essen macht und danach erst sich selbst. Aber ich finde, irgendwann geht es einfach zu weit. Wenn Mütter ihrem Kind lieber noch ein hundertstes Spielzeug kaufen, anstatt sich mal wieder ein wenig was zu gönnen (und sei es nur eine Tüte Fruchtgummis); wenn Mütter ständig auf die Gesundheit des Kindes achten, ihre aber völlig vernachlässigen und dergleichen, dann ist das nicht richtig. Ich habe von einer Mutter gehört, die ihre Erkältung laufend verschleppt hat und partout nicht zum Arzt gehen wollte. Das hatte sich dann so lange hingezogen, bis es zu einer ausgewachsenen Lungenentzündung kam. Nun musste ihr Gatte Daheim bleiben, um sich um das Kind zu kümmern, denn sie fiel für rund vierzehn Tage aus.

Mir ist klar, dass sie das Familienleben aufrecht erhalten wollte, dass ihr Mann weiter arbeiten geht und dass das Kind versorgt ist, aber sowohl bei einer Krankheit als auch bei anderen gesundheitlichen Angelegenheiten, sollte jede Mutter auch so weit an sich denken, dass es ihr gut geht. In einem Fernsehbeitrag habe ich Mütter gesehen, die meinen, sie wären es nicht wert ausreichend zu essen und es wäre wichtiger, dass das Kind satt ist. Aber normalerweise (so sollte es zumindest sein), sollte genügend da sein, um alle satt zu bekommen. Warum glauben manche Mütter, dass sie anfangen müssen den Märtyrer zu spielen, damit es ihrer Familie gut geht? Ihrer Familie geht es doch gerade gut, wenn die Mama auch rundum versorgt ist!

3. „Hab ich dir schon von meinem Kind erzählt?“

 

 

Klar – das Kind, gerade wenn es erst seit kurzem da ist, ist für eine Mutter das Zentrum ihrer Gedanken. Egal was passiert, ihr Kind steht an erster Stelle. Dementsprechend ist es völlig normal, dass Mütter (vor allem dann, wenn sie ihr erstes Kind haben) fast nur von ihrem Kind erzählen. Ihren Mitmenschen geht es da nicht anders. Wer zum ersten Mal ein Haustier hat, wird auch laufend davon schwärmen, und wer sich etwas Neues gekauft hat, erzählt auch gerne davon. Bei Müttern hält diese Euphorie aber deutlich länger an – und das ist im Grunde auch gar nicht so schlecht. Man stelle sich nur mal vor, die Mutter findet ihr Kind nur eine Woche lang spitze und ist anschließend total gelangweilt. Das wäre ja nun auch nicht Sinn und Zweck der Mutterschaft.

Allerdings kann die Begeisterung zu ihrem Kind so manchen Menschen auf den Keks fallen, und das nicht nur bei denen, die wenig Geduld haben. Dieses Phänomen tritt aber am häufigsten auf, wenn die Mutter sich mit Mitmenschen unterhält, die keine Kinder haben, keine großgezogen haben oder auch noch keine Kinder planen. Reden die Mütter aber mit anderen Müttern (frisch gebackene und Mütter mit älteren Kindern) oder mit bereits schwangeren Damen, dann wird die Unterhaltung richtig angefeuert.

4. „Ich bin die bessere Mama“

Normalerweise, wenn man an eine Mutter denkt, dann sehe ich vor meinem geistigen Auge eine liebevolle, freundliche, weibliche Gestalt, die sich gut um ihr Kind kümmert und dafür Sorge trägt, dass es ihrem Sprössling gut geht. Aber wenn sie in den Kindergarten und in die Schule kommen, lernen sie diese einen Mütter kennen, die anderen Müttern zeigen müssen, dass sie die besseren Mamas sind. Sie geben gerne damit an, was ihr Kind alles kann und weiß, sie prahlen, wie gut es bei ihr mit ihrem Sonnenschein läuft und natürlich müssen sie anderen Müttern ungefragt ihre Tipps und Ratschläge aufdrücken. Sie mischen sich überall ein – vor allen in Dinge, die sie nichts angehen.

Besonders harsch geht es aber online zu. So manche Mama-Foren sind fast schon überfüllt mit Müttern, die alles besser wissen; viel falsch verstehen und oftmals die Dinge so interpretieren, dass es anderen Kindern schlecht geht. Beispielsweise schreibt eine Mutter, dass sie nicht weiß was sie mit ihrem Kind machen soll, weil es laufend schreit, wenn sie es ins Bett bringen will. Sie hat alles versucht, aber ihr Kind will einfach nicht einschlafen, sondern schreit durchgehend. Daraufhin antwortet eine andere Mutter, dass das bei ihrem Kind auch ab und an mal ist. Was passiert? Es bricht eine enorme Diskussion aus – aber nicht mehr über das eigentliche Thema, sondern über die Mutter, die auf das Thema geantwortet hat. Diese Frau wird von den anderen Müttern regelrecht zerfleischt, weil sie solche Kleinigkeiten wie „ab und an mal“ oder „gelegentlich“ völlig überlesen. Sie sind total geschockt und müssen andere auf ihre Fehler hinweisen – ihre eigenen sehen sich nicht – oder verleugnen sie.

5. „Vorsicht ist besser als Nachsicht!“

Wenn irgendetwas mit ihrem Kind nicht in Ordnung ist, machen sie sich einen enormen Kopf – und fahren zuweilen auch schon mal wegen Kleinigkeiten ins Krankenhaus. Sie selbst können kurz vorm Sterben sein, sie rufen sich keinen Krankenwagen und gehen auch nicht zum Arzt. Vor allem fangen Mütter an, viel im Internet zu recherchieren und machen sich aufgrund der enormen Möglichkeiten Gedanken, welche Sache von den genannten 20 Möglichkeiten auf ihr Kind zutreffen kann. Wahrscheinlich hat ihr Kind nur eine kleine Erkältung, aber dank einiger Krankheiten, die zum Teil die gleichen Symptome haben, ist es schwierig als ungelernte Person eine Diagnose zu erstellen – und dennoch tun einige das. Mütter gehen lieber vom Schlimmsten aus und schellen sämtliche Alarmglocken. Sicher, man soll nicht alles herunterspielen, aber anstatt bei etwas Ungewöhnlichem sich beim Kinderarzt zu melden und es wenigstens vorerst telefonisch abzuklären, wird gleich davon ausgegangen, dass das Kind stirbt, wenn man nicht umgehend handelt.

Teilweise finde ich es demzufolge auch schwierig mit solchen Menschen umzugehen. Ihre Kinder sind die besten, und weil man selbst keine Kinder hat, hat man automatisch keine Ahnung.

Wie empfindet ihr viele frisch gebackene Mütter? Wie geht ihr mit ihnen um? Stört es euch wie sie reagieren, oder bleibt ihr in der Regel cool und gelassen?

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Verena Walter

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