Die Freude des Hörens

Ich bin dankbar, dass ich hören kann. Ich kann so viele wunderbare Töne und Geräusche wahrnehmen, die ich ohne meine Ohren nicht so wahrnehmen könnte. Dazu gehören angenehme Naturgeräusche, wie das Singen der Vögel, das Rauschen der Wellen, das Prasseln des Regens oder das Rasseln der Blätter. Ich liebe es einen guten Witz zu hören, ich genieße es mir Informationen auf akustischem Wege zuzulegen und wenn mein Lieblingslied läuft, dann freue ich mich wie ein kleines Kind.

Natürlich gibt es bei dem Hören auch Nachteile. Zum Beispiel, wenn man sich versucht auf seine Arbeit zu konzentrieren und vor dem Fenster eine Baustelle ist, zahlreiche Autos hupen oder (gerade jetzt zur Corona-Zeit) die Menschen Zuhause arbeiten und aufgrund von Ferien oder geschlossenen Schulen mit dem Lärm ihrer Kinder klarkommen müssen.

Weitere Vorteile des Hörens

Wer gute Ohren hat, kann viel wahrnehmen. Zum Beispiel bei der Jagd, wenn man auf der Pirsch nach dem Wild ist. Oder auch, wenn man auf eine Gefahr achten muss. So ist es wichtig Warnsignale zu hören und Geräusche über gefährliche Gegenstände zu hören. Dazu gehören schwere Geräte, Fahrzeuge und vieles mehr.

Zudem sind wir in der Lage generell Informationen über das Ohr nicht nur nebenbei aufzunehmen, sondern auch schneller aufzunehmen, als wenn man etwas liest. Allerdings ist es so, dass es natürlich da auf verschiedene Faktoren ankommt. Beispielsweise wie lang das Video oder der Beitrag ist, bei dem man zuhört, ob jemand um den heißten Brei redet oder Tacheles redet.

Hören ist nicht gleich zuhören

In vielen Beziehungen (ob freundschaftlich, familiär, kollegial oder im Bereich der Liebe) ist es oft so, dass viele Diskussionen und Streitereien nur deswegen entstehen, weil man dem anderen nicht oder nicht richtig zuhört.

Hierzu ein paar Beispiele:

Beispiel 1: Die 4 Seiten einer Nachricht

Bei einer Frage oder einer Aussage kann es immer vorkommen, dass man diese auf 4 verschiedenen Ebenen wahrnehmen kann. Diese Ebenen heißen Sachebene, Beziehungsebene, Appellebene und Selbstoffenbarungsebene.

Wenn die Mutter also beispielsweise meckert mit: „Komm jetzt rein, das Essen wird sonst kalt.“, dann kann man es wie folgt verstehen:

Selbstoffenbarungsebene: „Ich habe stundenlang in der Küche gestanden und dir dein Lieblingsessen gemacht. Ich habe sehr viel Zeit und Liebe ins Essen gesteckt. Ich werde sauer, wenn du es nicht zu schätzen weißt.“

Beziehungsebene: „Ich bin deine Mutter, sieh zu, dass du deinen Hintern hier her schaffst!“

Appellebene: „Schwing gefälligst deine 4 Buchstaben ins Esszimmer!“

Sachebene: „Wenn du nicht gleich kommst, wird das Essen kalt.“

Das geht natürlich auch mit anderen Sätzen. Beispielsweise, wenn sich zwei Kollegen im Pausenraum unterhalten.

„Der Kaffee ist kalt“ kann auch auf verschiedene Ebenen aufgefasst werden.

Selbstoffenbarungsebene: „Ich mag keinen kalten Kaffee.“

Beziehungsebene: „Meine Güte, kannst du überhaupt was richtig machen? Erst das Meeting beim Chef und selbst zum Kaffee kochen bist du zu blöd.“

Appellebene: „Mach gefälligst neuen Kaffee.“

Sachebene: „Der Kaffee ist mittlerweile kalt geworden.“

So kann, je nachdem wie hitzig die Unterhaltung ist oder wie kompliziert die Beziehung der jeweiligen Personen ist, ein Satz, der eigentlich ganz sachlich gemeint ist, völlig falsch aufgefasst werden.

Beispiel 2: Die Lösung zwischen den Zeilen

Manchmal kann man, wenn man Männern und Frauen im Streitgespräch zuhört, den Eindruck gewinnen, dass einige Männer denken, die Frau meckere bloß, um die Luft in Bewegung zu halten. Sie beschwert sich über die Unordnung, sie meckert, dass sie noch mehr Arbeit hat und sie schimpft, dass sie eben noch Ordnung gemacht hat, da macht er schon wieder alles schmutzig.

Dabei will sie sich (höchstwahrscheinlich) nicht nur auskotzen und ihrem Frust Luft machen, sondern sie will ihrem Partner mit Sicherheit noch vermitteln, dass er bitte selbst auf sein Umfeld achtet, sich Mühe gibt, weniger Schmutz zu machen und natürlich auch, dass er ihr ein wenig zur Hand gehen soll.

Das gilt aber nicht nur bei Paaren, das gilt bei allen Arten von Beziehungen. Da wird das, was man möchte, bereits zwischen den Zeilen gesagt, aber oft nicht verstanden.

„Ich hasse diesen Saustall hier!“ bedeutet: „Ich ertrage die Unordnung nicht, lass uns eine Lösung finden.“

„Ich habe eben erst sauber gemacht“ bedeutet: „Pass bitte etwas auf, dafür hab ich mir die Mühe nicht gemacht.“

„Ich will nicht immer alleine in der Küche stehen.“ bedeutet: „Lass uns gemeinsam etwas kochen.“ oder: „Ich fände es total schön, wenn du mal für uns kochst.“ Alternativ auch: „Können wir uns bitte was bestellen?“

Die Gabe des Hörens

Nicht jedem ist gleichermaßen die Gabe des Hörens in die Wiege gelegt. Es gibt welche, die von Anfang an nichts hören können, aber auch Menschen, die sich schon in jungen Jahren mit Schwerhörigkeit, Hörverlust oder auch einem Tinnitus herumschlagen müssen. Mit vernünftigen Akustiker Hörgeräten sind diese Probleme in der heutigen Zeit nur noch Vergangenheit. Damals war es schwer die Menschen unterstützen zu können und man hat mithilfe von Gebärdensprache dafür sorgen können, dass auch gehörlose Menschen sich verständigen können. Bedauerlicherweise kann aber nicht jeder Gebärdensprache, weswegen sie für die meisten normalen Menschen eher mit einem Block und einem Stift arbeiten müssen oder auch ihre Wünsche ins Handy eintippen.

Aber auch bei Gehörlosigkeit gibt es mittlerweile medizinische Möglichkeiten, dieses Manko zum Teil oder auch völlig zu eliminieren, wie dieses wunderbare Video zeigt:

Was denkt ihr über das Hören?

Seid ihr dankbar, dass ihr hören könnt, oder seid ihr auch Menschen, die nichts hören können? Habt ihr Freunde oder Verwandte, die nichts hören können oder bereits mit besonderen Hörgeräten ausgestattet sind, um dieses Problem aus ihrem Leben zu schaffen? Wie wichtig ist euch das Hören und was hört ihr am liebsten? Oder was hört ihr überhaupt nicht gerne?

Hinterlasst gerne einen Kommentar (oder auch mehrere) zu diesem Thema, gebt eure Meinung ab, erzählt eure Geschichten oder stellt Fragen, die euch noch zu diesem Beitrag einfallen. Ihr könnt den Artikel sehr gerne mit euren Freunden, Kollegen und Verwandten teilen und wenn euch der Inhalt gefallen hat, dann bewertet den Beitrag gerne positiv.

Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle für eure Zeit und wir hoffen, dass ihr gesund und munter bleibt – und dass ihr meist nur das zu hören bekommt, was euch gefällt.

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Verena Walter

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