Wer nichts wird, wird Wirt?

Ich eröffne ein Restaurant, was soll daran so schwer sein?“ Das haben sich mit Sicherheit sämtliche Leute gefragt, die Sendungen wie Rosins Restaurants, Rach, der Restauranttester, die Küchenchefs und die Kochprofis seit vielen Jahren am Leben halten. Man muss ja nur etwas kochen und schon rennen die Gäste einem die Bude ein.

Ernsthaft? Denkt man sowas?

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Offenbar ja, wenn ich mir manche Genies dort anschaue, die ihre Lebensmittel aus der Konserve, der Tüte oder aus den eisigen Tiefen der Gefriertruhe holen, alles zusammenrühren, es aufwärmen und dann meinen, dass die Leute liebend gerne bei ihnen essen gehen. Nicht nur, dass sie im Restaurant ein Mehrfaches dessen bezahlen, was sie sonst zahlen würden, wenn sie sich das Gleiche Daheim machen würden, es ist auch so, dass in den meisten Lokalen der Quereinsteiger keine gemütliche Atmosphäre herrscht und die Speisen eine Ewigkeit brauchen, bis sie an den Tisch gebracht werden. Der Quereinsteiger hat nämlich nichts vorbereitet und hat sich mit dem Thema Küchenabläufe nicht auseinander gesetzt.

Nicht selten lässt auch das Service-Personal zu wünschen übrig, da es bezüglich dieses Berufs auch keine Ahnung hat. Oft lässt die Sauberkeit auch bei ihnen zu wünschen übrig und da sich darunter auch in vielen Fällen Quereinsteiger befinden, haben sie keinen Schimmer, wie der korrekte Umgang mit der Klientel aussieht.

Und was macht man mit dem geballten Unwissen und den roten Zahlen in denen man schwebt? Man ruft die Kochprofis, die Küchenchefs oder Rosin zur Hilfe, anstatt sich vielleicht selbst zu informieren.

Was erwarten die Leute?

Wozu gibt es wohl für diese Berufsgruppen eine mehrjährige Ausbildung? Doch wohl nicht, weil jeder Hans und Franz das machen kann! Und mit Sicherheit möchte kein Gast zu ihnen ins Lokal, um verkohlte Speisen zu essen…

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Ich werde nie verstehen, warum manche Menschen sich einfach in irgendeinen Beruf hinein werfen, ohne auch nur den leisesten Schimmer zu haben. Sicherlich gibt es Arbeiten, für die man keine Ausbildung benötigt – beispielsweise wenn man sich bei anderen zum Putzen bewirbt. Normalerweise wird man in die Arbeit eingewiesen, kriegt die entsprechenden Mittel gestellt, und wenn es sein muss, kann man sich Notizen machen, aber jeder Beruf der eine Ausbildung benötigt und ein besonderes Grundwissen voraussetzt, sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Mir geht es zum Beispiel so, dass ich liebend gerne koche und auch wahnsinnig gerne mit frischen Zutaten, aber ich habe von dem gastronomischen Gewerbe viel zu wenig Ahnung, als dass ich mich daran wagen würde, ein Lokal zu mieten und wildfremde Leute zu bekochen. Sooo irrsinnig gut sind meine Kochkünste ja nun doch nicht, und abgesehen davon hätte ich keinen Schimmer, was ich für mein Essen verlangen könnte.

Was haltet ihr von der Idee, sich als Quereinsteiger in ein wildfremdes Terrain zu begeben und völlig ahnungslos ins kalte Wasser zu springen? Würdet ihr euch so etwas trauen? Schreibt mir eure Meinung.

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Verena Walter

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