Wie wird man schlagfertig?

Viele Menschen stellen sich immer wieder die gleiche Frage: Wie wird man schlagfertig? Sie haben das Problem, nicht spontan auf Gemeinheiten und freche Aussagen kontern zu können. Sie würden gerne genau das können und ihrem Gegenüber mal die Leviten lesen, anstatt nur mit dummen und gemeinen Aussagen attackiert zu werden – aber es fällt ihnen schwer.

Der Grund?

Vielen Menschen mangelt es in der Hinsicht an dem nötigen Selbstbewusstsein. Wer selbstbewusst ist, ignoriert diese Mitmenschen und beschäftigt sich gar nicht erst damit oder aber sie wissen gekonnt und souverän zu antworten.

Das ist auch so eine Sache, die viele nicht so ganz drauf haben – kontern heißt nicht „irgendwas“ antworten, sondern es bedeutet, dass man klug und bedacht handelt. Zumindest wäre das doch wünschenswert, oder? Ich meine, wenn man die Wahl hat, wäre es doch besser, wenn man klug und besonnen reagiert, nicht wahr?

Warum ist Schlagfertigkeit wichtig?

Schlagfertigkeit ist enorm wichtig. Es ist gut für das eigene Gefühl, es verschafft einem Respekt im eigenen Umfeld und die Mitmenschen gewinnen einen souveränen Eindruck von einem. Wer schlagfertig ist, gilt nicht als graue Maus, als feige oder als dumm. Menschen die schlagfertig sind, sind automatisch beliebter und die Menschen möchten sich mit ihm umgeben. Allerdings muss man wissen wann man kontern muss.

Erst Selbstbewusstsein oder erst Konter?

Bei vielen Menschen hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie erst selbstbewusst sein müssen, damit sie vernünftig kontern können. Das ist aber falsch. Denn durch das Kontern und das Lernen des richtigen Konterns lernt man ja erst Selbstbewusstsein. Man muss üben und wenigstens versuchen sich zu verbessern, und dann kann man auch an Selbstbewusstsein gewinnen. Man muss sich nur nach und nach trauen.

Tipps zur Schlagfertigkeit

Bevor man damit anfängt, sollte man unbedingt auf ein paar Dinge achten!

Körpersprache: Nicht nur das Gesagte ist wichtig, sondern auch, was der Körper aussagt. Wenn man mit krummem Rücken und gesenktem Blick vor jemandem steht, imponiert man niemanden. Beim Kontern ist es wichtig, dass man aufrecht steht, den Bauch einzieht und die Brust raus streckt und vor allen Dingen Blickkontakt hält.

Ein großer Sprachschatz: Damit man gut kontern kann, ist es enorm wichtig, über einen ordentlichen Sprachschatz zu verfügen. Das erreicht man, indem man viel mit anderen Menschen spricht, liest und sich fortbildet. Man muss neu gelernte Worte verwenden – und vor allen Dingen korrekt verwenden. Durch Kommunikation entsteht ein großer Sprachschatz, und bei dem Kontakt mit den richtigen Mitmenschen, bekommt man bereits ein gutes Gefühl für das richtige Kontern. Schau es dir von deinen Freunden und Verwandten ab, wenn sie kontern – bestimmt kannst du was lernen.

Wie kontert man klug?

Man kann auf verschiedene Arten klug kontern und man sollte je nach Situation auch die unterschiedlichsten Möglichkeiten probieren. Warum? Weil es zum einen gut für das Gehirn ist, nicht immer nach Schema F zu agieren und zum anderen ist nicht jedes Kontern immer gleichermaßen für alle Situationen gleichermaßen ideal.

So konterst du klug:

Humor: Lass die Menschen wissen, dass du die Dinge mit Humor nimmst und nicht gleich zerbrichst, wenn dir jemand was sagt. Lache und antworte heiter. Wie wäre es zum Beispiel auf die genervte Frage: „Hast du heute einen Clown gefrühstückt?“ eine humorvolle Antwort wie: „Ja, ich hab ihn gestern Abend nicht mehr geschafft.“

Kontra: Wenn jemand einen kritisiert, diese Person aber die einzige ist, die das so empfindet, kann man demjenigen auch simpel, aber höflich, Kontra geben, indem man beispielsweise etwas sagt wie: „Das ist Ihre Meinung.“ oder „Einbildung ist auch eine Form der Bildung, nicht wahr?“

Gleichgültigkeit: Angenommen jemand kommt daher und ihm passt die Nase des anderen nicht, und man ist ist jetzt selbst dieser andere. Dann wird es früher oder später kommen, dass dieser es auf irgendeine Art und Weise zeigt. „Ich finde, Sie könnten sich ruhig mal etwas zurück nehmen“, heißt es auf einmal und man selbst kann dann das Thema schnell und einfach aus der Welt schaffen. Man schaut demjenigen ins Gesicht und antwortet freundlich: „Wenn Sie das sagen.“

Hierzu eine Geschichte: Da war eine Frau, die sich vor versammelter Mannschaft in der Bahn schminken musste, weil ihr Zuhause die Zeit fehlte. Eine andere Dame, die auf Streit aus war, hatte das gesehen und fing an die Frau anzumachen. Wie könnte sie nur? Das ginge ja überhaupt nicht! Das kann sie doch nicht machen! Sie würde die ganzen Geheimnisse einer Frau verraten! Doch die andere Dame, die die sich schminkte, hat in aller Seelenruhe ihre Lippen nachgezogen, die Frau angeschaut und meinte ganz trocken so etwas sie „Aha“ oder „Soso“. Mit dieser kleinen aber einfachen Geste, hat die eine Frau die andere ganz schnell mundtot bekommen. Was will man auch auf so etwas antworten?

Nachfragen: Man kann manchen Menschen enorm den Wind aus den Segeln nehmen, indem man sie auf das Thema anspricht und sagt: „Ich habe leider nicht verstanden was Sie meinen, könnten Sie das ein wenig näher ausführen?“ So manch einer gerät dann in regelrechte Erklärungsnot oder ist irgendwann am Ende seines Lateins. Bei anderen kann man damit gut punkten und man trifft sich bei einer guten Argumentation auf einer sachlichen Ebene.

Bestätigung: Manche Menschen sind einfach nur auf Krawall gebürstet. Sie wollen bei irgendjemandem Dampf ablassen und meinen, dass man genau das richtige Ventil dafür ist. Sie spielen auf die Haare an, beklagen sich über den Körperbau des anderen oder beschweren sich, weil man laut lacht. Auf solche Menschen kann man einfach und souverän antworten, indem man denjenigen bestätigt. Wenn sie sich auslassen, wie etwa: „Ich habe noch nie in meinem Leben so eine schreckliche Frisur gesehen!“, dann geht man lächelnd auf ihn zu und sagt: „Da haben Sie absolut Recht!“ oder „Stimmt, Sie haben eine gute Beobachtungsgabe!“ oder auch „Das haben Sie gut beobachtet.“

Rückfragen: Man kann auch generelle Fragen stellen. Beispielsweise kotzt sich jemand bei euch aus, von wegen. „Sie haben aber zugelegt“. Dann kann man freundlich antworten: „Das kann gut angehen. Ihnen hat das Essen die letzten Tage nicht geschmeckt, richtig?“ Und wenn dann die Gegenfrage „Warum?“ oder „Wie kommen Sie darauf?“ kommt, hat man die Chance etwas weiter zu gehen: „Ihre schlechte Laune kommt doch sicher vom Hunger, oder?“ oder auch: „Das Essen scheint Ihnen nicht so bekommen zu haben, Sie sind so gereizt.“

Kompliment: Nicht nur mit der Bestätigung, auch mit einem Kompliment kann man andere ganz schnell mundtot machen. Allerdings ist hierbei nicht gemeint, dass man dann ernst gemeint etwas sagt wie: „Wow, was für ein schönes Kleid“, sondern dass man ironisch ans Werk geht. „Mensch, vielen Dank. Wo wäre ich nur ohne Sie? Sie wissen doch, dass mir Ihre Meinung am Wichtigsten ist. Sie haben mir einen großen Dienst erwiesen!“

Den Spieß umdrehen: Bestimmt kennt ihr diese Geschichte von Winston Churchill und der Lady Astor, oder? Nein? Dann erzähle ich sie euch gerne. Sie waren bei einer Abendgesellschaft gewesen und sie war von Winston Churchill überhaupt nicht angetan. Sie sagte zu ihm: „Wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift in den Kaffee mischen!“ Churchill blieb ganz gelassen und entgegnete ihr: „Und wenn ich Ihr Mann wäre, dann würde ich den Kaffee trinken.“

Ausweichen: Jemand ist schlecht gelaunt und will sich Luft verschaffen, er kommt auf euch zu und kritisiert euch. Dann könnt ihr dafür sorgen, dass er keine Angriffsfläche hat, indem Ihr gar nicht auf das eingeht, was er euch an den Kopf wirft, sondern ihr sagt stattdessen so etwas wie: „Finden Sie nicht auch, dass es die letzten Tage viel kühler geworden ist?“

Zurechtweisen: Man ist gerade mit ein paar Leuten in einer Gruppe und muss etwas erarbeiten. Plötzlich kommt von einer Person aus der Gruppe scharfe Kritik. Ob nun berechtigt oder nicht, darum geht es gerade nicht – man hat schließlich einen Abgabetermin und man hat genug um die Ohren, als sich nun mit einem unlieben Mitmenschen auseinander zu setzen. Man kann ihn mit einer Ausweichtaktik, bei der der Inhalt der Kritik nicht weiter erläutert wird, auch ruhig sagen, wie es sich verhält und ihn zum Fokus besinnen: „Wenn Sie meinen, Sie müssen sich beschweren, dann tun Sie das bitte draußen. Der Rest von uns ist daran interessiert ein schnelles und gutes Ergebnis zu erzielen. Wenn Sie sich draußen ausgekotzt haben und wieder bereit sind, das Projekt fortzusetzen, können Sie gerne wieder mitmachen.“

Charme: Mit Charme kann man viel erreichen. Wie wäre es da zum Beispiel mit einem „Ich weiß wie es Ihnen geht, ich würde ja gerne aufhören, aber wir sollten nicht egoistisch sein, sondern die andern ebenfalls wissen lassen worum es geht.“

Kontern im Job

All diese Strategien können wunderbar helfen den Gesprächspartner ruhig zu stellen und sich selbst als den souveränen Menschen darzustellen der man ist. Allerdings ist auf der Arbeit Vorsicht geboten, wenn ein Vorgesetzter oder gar der Chef vor versammelter Mannschaft einen zusammenstaucht, man den Job aber gerne behalten möchte. Da kann es kontraproduktiv sein, wenn man den Chef vor den Kollegen bloßstellt.

Sollte der Chef etwas gesagt haben, was einer Unverschämtheit gleicht, ist es die sinnvollste Taktik dem mit Schweigen zu begegnen. So zeigt man, dass man drüber steht und dass einen die Worte des anderen nicht weiter interessieren. Arbeitet man dann wie gewohnt weiter, hat man es geschafft sich als besonders souverän zu präsentieren – der Chef hat sich mit seiner Aussage jedoch wahnsinnig blamiert.

Andere Möglichkeiten im Beruf richtig zu kontern, ist das Zurückholen des Gesprächs auf die sachliche Ebene. „Mag sein, dass Sie das so sehen, Fakt ist aber, dass…“ – auf diese Weise ist der Gesprächspartner dazu gezwungen sich vernünftig mit euch und dem Thema auseinander zu setzen.

Humor und Charme gehen aber auch im Beruf, man muss es nur geschickt anstellen. Wie sagt man so schön: Der Ton macht die Musik. Während man bei unbekannten Menschen vielleicht eher flapsig antworten kann, ist es beim Job wichtig das Niveau gehoben zu halten und dem anderen dennoch mit Respekt zu begegnen, damit es keine Rachegelüste entfacht.

Eine gute Möglichkeit (sowohl beruflich als auch privat), aus dem Teufelskreis raus zu kommen, ist das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken. Man gibt selbst das Tempo vor und gibt den Ton an, indem man beispielsweise das Thema auf die Sachebene lenkt oder gar auf etwas völlig anderes eingeht, wie etwa: „Wie weit sind Sie denn schon mit Ihrem Projekt?“

Die allerwichtigste Lektion ist aber (und die gilt auch für das Privatleben als auch den Beruf), dass man nicht alles so wahnsinnig ernst und in erster Linie nicht persönlich nimmt. Wer sich provozieren lässt und auf das Gesagte negativ reagiert, der hat bereits seine ganze Souveränität eingebüßt. Reagiert man jedoch locker und vor allen Dingen freundlich, sachlich und mit Charme, bietet man seinem Gegenüber nicht genügend Angriffsfläche, um mit seinem bösen Treiben fortzusetzen.

Ich wünsche euch beim Umsetzen der Techniken viel Erfolg! Erzählt mir, wie es gelaufen ist!

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Verena Walter

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