Warum eine Entschuldigung nicht immer reicht

Ich kenne es noch von früher: Während ich kein Problem damit hatte meinen Eltern (oder generell jemandem) gegenüber eine Entschuldigung auszusprechen, war ein Freund dazu offensichtlich gar nicht in der Lage. Auch heute treffe ich noch auf Menschen, die es mit einer Entschuldigung nicht drauf haben – und noch schlimmer, die jede Form von Kritik als eine Schuldzuweisung betrachten. Dabei geht es den Mitmenschen gar nicht um eine Entschuldigung oder darum jemandem den schwarzen Peter zuzuschieben, sondern um was ganz anderes.

Leere Worte

Manchmal ist es so, dass die Mitmenschen die Nase voll haben von den ewigen Entschuldigungen, den Ausreden und dem Rechtfertigen, warum was wieso nicht irgendwie gemacht wurde. Dementsprechend kann es vorkommen, dass einige ziemlich dünnhäutig werden, wenn sie am laufenden Band die gleichen Entschuldigungen, Ausflüchte und Ausreden hören. Diese Form des Herauswindens (etwas anderes ist es nämlich nicht) hilft einem nicht weiter! Es wird immer nur erzählt und geredet, aber das eigentliche Problem ist damit nicht aus der Welt geschafft.

Keine Schuld

Ebenso anstrengend und frustrierend ist es für die Menschen, wenn sie versuchen jemandem etwas nahe zu bringen, ihre Kritik erklären und das so behutsam wie möglich zu schaffen, damit der andere sie auch als solche annehmen kann (nämlich als eine sachliche Aussage), und die Menschen sich dermaßen angegriffen fühlen, dass sie das, was eigentlich gesagt wurde, gar nicht annehmen können, sondern sich sofort in Erklärungsnot sehen. Und wenn man sie dann noch darauf hinweist, dass man diese ganzen Ausflüchte nicht hören möchte, dann geht der Spaß erst richtig los. „Das sind keine Ausreden!“ Sie fühlen sich von allem beschuldigt und egal was sie tun, es wird nur auf ihnen herum gehackt. Ihnen fällt gar nicht auf, dass es ihnen DARUM gar nicht geht.

Der eigentliche Grund

Menschen, die andere kritisieren und keine Lust mehr haben sich mit einer Entschuldigung abzufinden wollen eins: Eine Veränderung. Dabei geht es ihnen nicht darum, dass der Andere sich von Kopf bis Fuß verändert oder sich nun um 180 Grad drehen oder verbiegen muss; sondern darum eine gemeinschaftliche Lösung zu finden.

Hätte man angenommen das Problem mit seinem Partner, dass der laufend überall Unordnung macht und kein Stück hinter sich aufräumt – und man spricht das dann an; dann möchte man nicht (zum xten Mal) hören, warum, wieso und weshalb das nicht gemacht wurde. Wobei der wahre Punkt (Ich bin zu faul/Ich hatte keine Lust) natürlich nicht genannt wird – der kommt bekanntlich auch am schlechtesten an. Aber auch andere Begründungen mag man nicht hören (schon gar nicht wiederholt). Sondern man will über das Problem reden und eine Lösung finden, mit der beide einverstanden sind. Beispielsweise, indem man sagt: „Wenn du schon nicht just in dem Moment deinen Kram ordentlich machst, dann nimm dir jeden Tag (vielleicht am Nachmittag) eine halbe Stunde Zeit und mach dann alles wieder sauber.“

Vor allem möchte der Gegenüber aber einen Vorschlag von demjenigen haben, der die Kritik abbekommt. Das spart lange Diskussionen und lästige Streitgespräche, vorausgesetzt die Vorschläge sind vernünftig und ernst.

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Verena Walter

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