Umweltkiller Strom: Ressourcenverbrauch im Netz

Schon seit Jahren befassen sich Experten wie Forscher mit dem Klimawandel. Kritisiert werden unter anderem die riesigen SUVs, Billig-Flüge oder auch der durchschnittliche Fleischkonsum. Was man jedoch gerne ignoriert, ist der Energieverbrauch durch die Digitalisierung. Denn Smartphones, Computer, Tablets aber auch die Inhalte, also YouTube, Instagram und Facebook, die auf riesigen Servern liegen, müssen mit viel Strom versorgt werden. Der CO2-Fußbadruck der Digitalisierung ist, so die Experten, genauso groß wie jener des Flugverkehrs.

Das heißt, es benötigt eine nachhaltige Green IT-Strategie mit einem ausgesprochen strengen Ordnungsrahmen. Nur so kann man dafür sorgen, dass die Digitalisierung nicht noch stärker das Klima belastet. Jedoch gibt es ein paar Herausforderungen, die sozusagen schon vor der Türe stehen. Dazu gehört unter anderem die 5G-Technologie.

Neue Technologien sind natürlich ein Segen. Gleichzeitig aber auch ein Fluch. Vor allem deshalb, weil es noch keine Pläne gibt, wie man mit den altbekannten Technologien umgehen muss, damit diese keine weitere Belastung mehr für das Klima darstellen.

„Alles, was man digitalisieren kann, wird digitalisiert“

Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Es gibt eigentlich keinen Bereich mehr, in dem es keine spürbaren Veränderungen gegeben hat. Ein paar Experten, so beispielsweise Karl-Heinz Land, der Autor von „Die Zukunft provozieren“, der zudem auch Geschäftsführer der neuland GmbH ist, wissen, dass man aktuell aber noch am Anfang steht. „All das, was wir bis jetzt von der Digitalisierung gesehen haben, ist nicht mehr als ein Vorgeschmack. In den nächsten zehn Jahren ist eine sehr starke Veränderung zu erwarten“, so Land. „Letztlich wird alles digitalisiert, was man digitalisieren kann.“

Natürlich mag die Digitalisierung das Potential haben, die nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. So etwa, wenn es um die Armutsbekämpfung, das Hungerproblem oder auch um die Energieverschwendung geht. Doch nicht immer wird die Digitalisierung als Feuerwehrmann gesehen – sehr wohl gibt es auch kritische Stimmen, die der Meinung sind, hier handle es sich um einen Brandbeschleuniger.

Digitalisierung ist eine Herausforderung für die Umwelt sein

Versprochen wurde viel: Es müsse nicht mehr soviel Papier gedruckt werden, weil man mit der E-Mail den lästigen Papierkram unter Kontrolle bekommt – auch Geschäftsreisen würden der Vergangenheit angehören, da man etwaige Treffen durch Videokonferenzen ersetzen könnte. Passiert ist, zumindest in diesen Bereichen, nicht sehr viel. Die Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO) hat den Papierbedarf sogar drastisch erhöht, Geschäftsreisen sind zudem noch immer beliebt, was vor allem auch daran liegt, weil die Flüge so billig wie noch nie sind.

Überzeugen konnte man jedoch bei der Geschwindigkeit – hier wurden alle Versprechen eingehalten bzw. sogar noch übertroffen. Man bestellt in der Früh per One-Klick Kleidung im Internet, bekommt diese am nächsten Tag geliefert und kann sie wenige Stunden kostenlos retournieren, wenn sie doch nicht passt.

Auch das Buchen von Flugreisen wie Hotelunterkünften ist so einfach wie noch nie. Und dass man dann noch problemlos jedes Video ansehen kann, das auf YouTube hochgeladen wurde, man des Weiteren noch ständig neue Filme wie Serien streamen kann, macht es nicht gerade einfacher, das Klima zu retten. Wer dann noch über Bitcoin Superstar handelt oder tatsächlich Bitcoins schürft, also Teil des Mining-Prozesses ist, darf die von ihm ausgehende Umweltbelastung ebenfalls nicht ignorieren.

Denn letztlich geht es genau darum: Alles spielt sich im Internet ab – und hier geht es nicht um den Stromverbrauch des Rechners, sondern um die „unsichtbaren“ Server wie Rechenzentren, die immer mehr Strom benötigen.

Reiche Länder sorgen für ein Ungleichgewicht

Es ist aber absolut kein globales Phänomen. Es sind letztlich nämlich die reichen Länder, die hier für ein ausgesprochen starkes Ungleichgewicht sorgen. So hat etwa ein Amerikaner im Durchschnitt zehn elektronische Geräte, die miteinander vernetzt sind – der Datenverbrauch liegt im Monat bei um die 140 Gigabyte/Monat. Blickt man hingegen nach Indien, so liegt der Datenverbrauch bei gerade einmal durchschnittlich 2 Gigabyte/Monat.

Einige Experten haben sich bereits dafür ausgesprochen, dass vor dem Abspielen eines YouTube-Videos Warnhinweise eingeblendet werden. Ein Vorschlag, der die „unsichtbare“ Klimabelastung in den Vordergrund rücken würde, jedoch wohl (in absehbarer Zeit) nicht umgesetzt werden wird.

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Verena Walter

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