Seltsame Ratgeber-Sendungen

Es ist traurig und erschreckend zugleich, was heutzutage als „Ratgeber-Sendung“ verkauft wird. Zum Beispiel die allseits bekannte Fernsehsendung „Hilf mir – Jung, Pleite, verzweifelt“, bei der alltägliche Probleme von Jugendlichen gezeigt werden und wie sie damit umgehen. Alles zwischendurch kommentiert und untermalt mit kurzen aber knackigen Einspielern von Psychologen, Beratern und anderen „Profis“.

Das Konzept selbst hört sich schlüssig an und verspricht eine gute Unterhaltung. Allerdings ist die Beschreibung zu der Sendung professioneller als die Sendung an sich. Anstatt, dass die Protagonisten tatsächlich alltägliche Probleme zeigen, gehört oft ein großes Stück Verrücktheit, Unsinn und schlechte schauspielerische Leistung hinein. Nicht etwa, weil es Laiendarsteller sind, die alle nichts können. Vielmehr, weil das Fernsehen möchte, dass diese Schauspieler alles möglichst blöd betonen, dass sie schlecht schauspielern und ein wirkliches Drehbuch ist auch nicht vorhanden. Somit ist glasklar, dass bei so einer Sendung nur skurrile Sachen rauskommen können.

Das Drehbuch

Bevor es mit dem Dreh losgeht, wird den Schauspielern immer etwas über die Rolle erzählt. Für die Schauspieler hört sich das alles noch gut und logisch an, doch sobald es an die Aufnahmen geht, werden zahlreiche Details hinzugefügt oder abgeändert, sodass das Szenario mit der ursprünglich besprochenen Rolle nicht mehr viel zu tun hat. Aus den zuvor nachvollziehbaren und vernünftigen Charakteren werden überspitzt dargestellte Zicken, Assis und Arschlöcher, mit denen man kein vernünftiges Gespräch führen kann, die hinterhältig, hinterlistig, gierig und egoistisch sind, ihre Ziele über die Gedanken, Wünsche und Gefühle anderer stellen und mit denen man sich nicht identifiziert, sondern die man einfach nicht ausstehen kann.

Dabei werden die Schauspieler zudem unter enormen Druck gesetzt, damit sie diese bescheuerte Rolle weiter spielen, sonst droht ihnen eine Vertragsstrafe. Alleine hier sind die guten Ratgeber-Aspekte unten durch.

Die Situationen und Probleme

Zunächst scheint alles noch mit guten und normalen Situationen zu beginnen (zumindest in den meisten Fällen), doch schnell entwickelt sich aus dem normalen Szenario ein überspitztes Bühnenbild voller skurriler Gestalten, merkwürdiger Lösungsansätze und fragwürdigen Plänen seitens des Protagonisten. So verdienen die Leute nicht auf normalem Wege ihr Geld, sondern die Mutter versucht beispielsweise online Geld zu verdienen, indem sie die Leute anlockt und einen Livestrip kostenlos testen lässt, ehe sie damit Geld macht. Und wie das immer so ist, in diesen Geschichten, bleibt es nicht einfach dabei, dass sich die Tochter oder der Sohn für die Mutter schämt, sondern dass die Mutter darüber hinaus anfängt zu klauen, dass sie an die falschen „Sponsoren“ gerät oder dass die Kinder mit der Scham leben müssen, dass die Mitschüler diese Livecam Strips sehen und sich über sie lustig machen.

Teilweise sind die Situationen so abstrus und lächerlich, die Ideen für Lösungen wenig nachvollziehbar und obwohl die Geschichte nicht immer die gleichen sind, sind die Reaktionen und Aktionen es schon. So wird in so ziemlich jeder Episode geklaut, es wird gelogen, andere werden unterdrückt, klein gehalten oder ausgetrickst, einer muss seine Lektion lernen und ist vorher gefühlt blöd wie Bohnenstroh und erst dann, wenn alles auseinander gefallen ist, holt sich diese Person Hilfe.

Zudem ist es so, dass viele der Probleme nicht alltagstauglich sind oder so überdreht werden, dass aus einer alltäglichen Problematik ein abstruses Konstrukt aus Lug, Trug und Szenario geworden ist.

Das Setting

Es wäre viel besser und hilfreicher für alle, würde man wirklich eine ernsthafte Dokumentation darüber drehen, sodass man tatsächlich etwas daraus mitnehmen kann. In den meisten Fällen ist es nur so, dass ein paar nette und gut gemeinte Tipps zwischen schlechter Schauspielerei und einem fürchterlichen Drehbuch gestreut werden und man eigentlich von den Tipps nicht viel behält, da die Zuschauer sich nur von der dummen Story berieseln lassen und sich über die schlechten Schauspielkünste lustig machen. Daher ist der Fokus dieser „Ratgebersendung“ mit Sicherheit nicht dabei den Menschen zu helfen mit den Problemen klar zu kommen, sondern um Menschen zu unterhalten und ihnen eventuell den einen oder anderen Tipp zu geben, den sie vermutlich genauso schnell hätten googeln können.

Zudem sind die Plätze immer wieder wie ausgestorben und meist wird nur zwischen 2 oder 3 Plätzen gewechselt, sodass man alles problemlos an einem Tag abfilmen kann. Es wird auch nicht auf Tag – oder Nacht Rücksicht genommen, wodurch die Schauspieler mitten am Tag in die Disco gehen wollen oder am helligten Tag aus besagtem Club raus gehen.

Wie denkt ihr über diese Ratgeber-Sendungen?

Findet ihr die Tipps tatsächlich hilfreich oder haltet ihr sie ebenfalls für Humbug? Welches war die schlimmste Episode und welche Geschichte fandet ihr am schrecklichsten? Oder gab es vielleicht sogar die eine oder andere gute Story, die euch gut gefallen hat? Was für eine Geschichte würdet ihr euch wünschen oder haltet ihr das ganze Programm für unnötig? Erzählt mir von euren Meinungen in den Kommentaren und teilt den Artikel gerne auf Facebook. Wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt, dann gebt dem Artikel eine gute Bewertung.

Vielen Dank für eure Zeit und habt einen guten Tag.

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Verena Walter

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