Loslassen lernen

Im Laufe des Lebens widerfahren einem Dinge, die einen ganz schön bewegen und die einen noch viele Jahre später quälen. Einschneidende und traumatische Geschehnisse, die einem das Herz schwer machen und trauern lassen. Das passiert jedem von uns, dass uns etwas widerfährt mit dem wir nur schwer klar kommen. Beispielsweise wird man vom Partner verlassen oder ein lieber Mensch stirbt einem weg; man wurde für etwas zu Unrecht beschuldigt oder wurde von anderen gehänselt, sogar regelrecht gemobbt.

Das ist aber alles kein Grund sein Leben davon bestimmen zu lassen und das alles permanent in seinem Kopf präsent zu haben. Sicherlich sind manche Erlebnisse nicht so einfach abzuschütteln, aber man kann sie sich nicht jeden Tag aufs Neue ins Gedächtnis rufen und sich von den Ängsten und den Problemen einschüchtern lassen. Ich kenne zum Beispiel eine Frau um die 50, die in ihrem Leben allerhand Dinge erlebt hat, und davon waren natürlich auch viele unschöne Situationen dabei. Die meisten Ereignisse liegen bereits mehrere Jahrzehnte zurück, und doch sind diese Momente für die Frau immer noch so allgegenwärtig, dass sie sich ihr ganzes Leben dadurch verbaut. Ihr Leben wird nur von Angst regiert, ebenso wie von Frust und von anderen schlechten Dingen. Einmalig hat sie versucht den Familiencomputer zu starten – leider hat sich der Computer genau in diesem Moment aufgehangen und die arme Frau (die sich mit der Technik überhaupt nicht auskennt), war völlig überfordert.

Anders als bei vielen anderen, die einfach gesagt hätten „Passiert halt, beim nächsten Mal wird es besser“, hat sie sich jedoch geschworen nie wieder einen PC anzufassen. Vor vielen Jahren hatte sie nämlich mal eins auf den Deckel gekriegt, weil sie etwas ähnliches versucht hatte und es ihr misslungen war.

Es kann nicht sein, dass man sich von einmaligen schlechten Ereignissen derart ins Leben pfuschen lässt, dass man sich nichts mehr traut. Man muss diese Momente in seinem Leben als das nehmen was sie sind und sich von diesen Dingen lösen. Sie spielen jetzt – in der Gegenwart – keine Rolle mehr. Warum also an ihnen festhalten? Warum sich sein Leben kaputt machen mit Dingen die vor unzähligen Wochen, Monaten oder gar Jahren gewesen waren?

Das bedeutet nicht, dass man nun jedem, der einem was angetan hat, um den Hals fallen und dessen bester Freund sein soll, aber anstatt sich einzugraben und sich der Wut zu widmen, sollte man nach vorne schauen und die alten Gefühle, das alte Leid, die alten Ängste loslassen – egal ob man es alleine scgafft, ob man die Unterstützung von Freunden und Familienmitgliedern annimt oder ob man sich für extreme Situationen einen Profi sucht, der einem helft das Geschehene zu verarbeiten; jeder sollte sein Leben im hier und jetzt leben, denn was mal gewesen ist, das kommt nicht wieder und es ist im aktuellen Geschehen nicht länger von Bedeutung.

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Verena Walter

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