Liebt eine Katze ihren Besitzer?

Es wurde immer behauptet, die Katze wäre sehr territorial und an die Umgebung gebunden, darum liebt eine Katze ihren Besitzer auch nicht wirklich – so heißt es von vielen Quellen her.

Für die Katzen sind wir nur Personal, das ihnen gelegentlich Futter gibt, ihr Katzenklo reinigt, das Bett präpariert, alles in Ordnung hält und ihnen bei Bedarf Zeit zum Spielen und Schmusen gibt. Aber stimmt das?

Experten klären auf, dass das für die Katze längst nicht alles ist. Sicher: Die Katze geht nur da hin, wo es ihr gut geht und wo sie sich wohl fühlt. An einem Ort, wo sie Schläge erwarten und wo man sich nicht gut um sie sorgt, da bleibt sie auch nicht lange. Anders als Hunde, verlassen die Katzen ihre Besitzer, wenn sie das Gefühl haben nicht gut aufgehoben zu sein.

Katzen sind wie Kinder

Abgesehen von der grenzenlosen Neugier und den gelegentlichen Dummheiten, die so eine Katze im Kopf hat, buhlen die Katzen um die Gunst des Menschen. Wenn mehr als eine Katze mit einem Menschen zusammen lebt, wird darum erkämpft, wer die meiste Aufmerksamkeit, Zuwendung, Streicheleinheiten, Spieleinheiten und zuweilen auch mehr Futter bekommt. Es kommt dabei nicht selten vor, dass eine Katze, die vorher überhaupt nicht kuscheln wollte, mit einem Mal zum reinen Schmusetiger wird, wenn eine zweite Katze dazu kommt. Schließlich könnte die neue Katze MEHR Streicheleinheiten bekommen als man selbst – und das geht natürlich gar nicht!

Dadurch, dass der Mensch sich um die Grundbedürfnisse der Katze kümmert (Schlafplatz in Ordnung halten, Futter geben, Katze pflegen), übernimmt er quasi die Mutter-Rolle. Daher verhalten sich viele Katzen im Allgemeinen (völlig unabhängig vom Alter) auch im Großen und Ganzen sehr kindlich. Sie können es sich erlauben und fühlen sich damit sehr wohl.

Zeichen erkennen

Da wir Menschen sozial ganz unterschiedliche Umgangsformen haben, verstehen wir manche Zeichen der Katze völlig falsch. Wir empfinden es als unhöflich, wenn uns jemand nicht in die Augen schaut – für die Katze ist es aber eine reine Drohgebärde, weshalb sie uns nicht durchgehend anstarrt, sondern oft blinzelt, sich mittendrin rum dreht oder plötzlich zur Seite schaut.

Auch sehen wir manchmal das Kratzen und Murren der Katze als ein Zeichen dessen, dass sie mit uns ein Problem hat, dabei haben wir kleinere feine Zeichen gar nicht gesehen. Wenn eine Katze deutlich machen will, dass sie zum Beispiel gerade genug geschmust hat, dann kommen unter anderem folgende Zeichen:

– Schlagen mit dem Schwanz (manchmal auch nur die Schwanzspitze)

– Das Auflegen der Pfote

– Steifer Körper

– Weg drehen

– Weg gehen

Jede Katze signalisiert es anders – und mit einer unterschiedlichen Intensität. Wenn die Katze irgendeine Stelle besonders mag, wirft sie sich dementsprechend in die Hand und macht deutlich: „Das ist gut! Da bitte mehr!“

Viele Tierbesitzer finden es beispielsweise echt klasse ihren Schmusetiger am Bauch zu kraulen – das mögen aber die meisten Katzen nicht. Das signalisieren sie eigentlich immer ganz gut, indem sie sich auf den Bauch drehen, sodass der Mensch da nicht mehr dran kommt. Andere sind da nicht so geduldig und schlagen gleich zu. Deshalb ist es empfehlenswert mit dem Schmusen und den Streicheleinheiten auch mal zu warten, bis die Katze von selbst kommt.

Die schönste und liebevollste Geste, bei der viel Vertrauen und Zuneigung drin steckt, ist die, wenn die Katze uns den Allerwertesten zeigt. Damit ist gemeint, dass der Schwanz der Katze nach oben gestreckt ist und wir damit volle Sicht auf Genitalien und Anus haben. Warum ist ausgerechnet das ein Zeichen von Liebe? Dadurch, dass sie uns ganz offen ihren Popo präsentiert, bietet sie uns quasi eine ihrer empfindlichsten Stellen – und das würde man bei jemandem, den sie nicht traut, auch nicht machen. Es ist zu vergleichen wie mit einem Menschen, der seinem Feind den Rücken kehrt oder mit einem Hund, der einem Menschen das Bäuchlein zeigt. Das Popo-Zeigen der Katze wird von uns Menschen gerne fehlinterpretiert, weil wir diese Geste (aus Menschensicht) alles andere als charmant finden. Wer von der Katze den Allerwertesten gezeigt kriegt, kann sich aber glücklich schätzen – die Katze mag dich!

Katzen nehmen die Stimmung wahr

Viele Katzenhalter können beobachten, dass die Katze mit der Stimmung des Menschen etwas anzufangen weiß. Sie beobachtet ihr Frauchen bzw. das Herrchen ganz genau und merkt, wenn es ihrem Besitzer mal nicht so gut geht. Besonders dann, wenn der Mensch traurig ist, kommen viele Katzen tröstend daher, schmusen sich an ihren Menschen und lassen sich streicheln. Das ist gut für die Nerven, beruhigt und zeigt ihm, dass er nicht alleine ist.

Die Katze nimmt aber nicht nur traurige Stimmungen wahr, sondern auch wütende oder freundliche Stimmungen. Ist der Mensch laut und aufbrausend, sucht sie natürlich das Weite, und spricht der Mensch freundlich und liebevoll mit dem Tier, kommt die Katze sehr gerne hinzu.

Und was heißt es, wenn sie schnurrt?

Ist das Schnurren ein Liebesbeweis? Naja, nicht unbedingt ein Liebesbeweis, aber die Katze zeigt auf diesem Wege, dass sie sich wohl fühlt, dass das, was gerade passiert, goldrichtig ist und vermenschlicht gesprochen bedeutet das Schnurren, dass die Katze lächelt. Sie ist glücklich und teilt uns so ihre Zufriedenheit mit.

Hättet ihr das gewusst? Möchtet ihr euch eine Katze zulegen, oder habt ihr schon eine? Wie sieht es mit der Zuneigung der Katze aus?

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Verena Walter

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