Inkontinenz – Woher kommt es? Was tun? Wie damit umgehen?

Ich räume gerne ein, dass das Thema nicht unbedingt was für jedermann ist, aber es sollte jeden zumindest ein wenig interessieren, denn: Jeder kann von Inkontinenz betroffen sein. Früher oder später zumindest.

Was ist Inkontinenz?

Zunächst einmal gibt es zwei Arten von Inkontinenz: Die Blasenschwäche und die Stuhlinkontinenz. Wie die beiden Namen es vielleicht schon verraten geht es um das Problem, dass man in gewissen Situationen (Niesen, Husten oder auch generell) seine Ausscheidungen der unteren Region nicht halten kann. Hilfreich hiergegen sind sogenannte Inkontinenzslips, die sich wie ganz normale Unterwäsche tragen lassen, aber gleichzeitig (dank eingebauter Saugeinlage) das Malheur auffangen. Dabei gibt es die Slips in verschiedenen Größen (für Kinder und Erwachsene), aber auch in unterschiedlicher Saugfähigkeit und Slips für Sie, für Ihn oder für beide Geschlechter.

Woher kommt Inkontinenz?

Die Ursachen für Inkontinenz sind mannigfaltig. Es kann sich um ein seelisches Problem handeln; eine Operation kann an der Blasenschwäche Schuld haben; es kann vorkommen, dass man eine generelle Beckenbodenschwäche hat; vielleicht hat man auch eine neurologische Erkrankung (Multiple Sklerose); oder aber es ist ein Problem, das sich aus der Schwangerschaft ergeben kann. Um das Problem genauer einzukreisen und die jeweilige Therapie in Anspruch zu nehmen, die das Problem schmälert oder ganz auflöst, ist ein Besuch beim Arzt notwendig. Viele Patienten trauen sich jedoch nicht das Problem anzuschneiden und leiden lieber still vor sich hin, um der Problematik keine Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist ihnen schon peinlich genug, dass sie eine so natürliche Sache nicht in den Griff bekommen.

Wie peinlich

Wer an Inkontinenz leidet, wird (sofern er keine Hilfe annimmt und nichts dagegen tut) nicht nur weniger Kontakt zur Außenwelt haben, sondern auch an deutlich weniger Veranstaltungen teilnehmen. Es ist ähnlich wie beim Reizdarmsyndrom, dass man laufend nach Badezimmern Ausschau hält und ständig mit der Angst lebt, dass man ja doch eventuell jeden Moment dieses Problem hat. Besonders peinlich der Gedanke, dass jemand etwas mitkriegen könnte. Darum verschließen sich viele in ihren eigenen 4 Wänden und erfinden laufend eine Ausrede, warum sie nicht können, soll ja nicht jeder erfahren, was das eigentliche Problem ist.

In vielen Fällen möchten die Betroffenen nicht mal im Kreise ihrer Familie darüber reden, dort wo sie eigentlich das meiste Verständnis und den größten Schutz bekommen. Aber auch vor der geliebten Familie möchte man sich nicht die Blöße geben. Besonders beim Partner ist es einem doch sehr unangenehm zu gestehen, dass man ein Problem beim Wasserhalten hat.

Und gelegentlich kommt es vor, dass man von dadurch total verunsichert und verwirrt ist. „Wie? Blasenschwäche? Ich bin doch erst 30!“ – Aber wie die oben gezeigten Ursachen deutlich machen, hat das nicht zwangsläufig mit dem Alter zu tun.

Hilfe bei Inkontinenz

Neben den oben genannten Inkontinenzslips, kann man auch versuchen mit Medikamenten oder einem Beckenbodentraining etwas Linderung zu verschaffen. Ist das Problem aber wirklich psychischer Ursache oder bedarf einer speziellen Behandlung, sollte man sich nicht davor scheuen seinen Arzt aufzusuchen und das Problem anzugehen. Sicher ist es einem unangenehm, dem Arzt diese unangenehme Tatsache auf den Tisch zu legen, aber im Gegenzug sollte man sich auch fragen: Möchte man lieber diesen kurzen Moment der Scham in Kauf nehmen oder lieber bis an sein Lebensende damit leben, dass man ständig vor lauter Scham im Boden versinken möchte?

Inkontinenz – Woher kommt es? Was tun? Wie damit umgehen?
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Verena Walter

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