Hypnose zur Raucherentwöhnung

“Ich bin seit Jahren Raucher” – manche Gewohnheiten werden zur Sucht. In immer mehr Fällen entwickelt sich eine Sucht bei den Betroffenen so weit, dass sie sich damit schon identifizieren, die Sucht ein Teil der Persönlichkeit wird: “Ich bin Raucher.”

Lässt man diese Wortwahl einmal auf sich wirken, spiegelt sie den Ernst einer Sucht wider, unter der die betroffenen Personen oft stark leiden. Bei vielen Gelegenheiten wird dann ausgewichen, rationalisiert, manchmal verdrängt und man findet sich mit der Tatsache ab, dass die Sucht zu einem gehört. Wenn dies erst einmal geschehen ist, stehen die Chancen auf eine Befreiung von der Sucht, was im Übrigen gleichermaßen für Alkohol und andere Substanzen gilt, sehr gering. Wie uns die Erfahrung lehrt, sind auch erschreckende Zahlen und Fakten in dieser Hinsicht nicht ausreichend, um eine Sucht zu beenden. Denn die Sorge, dass ein Raucher im Durchschnitt 6 Jahre früher stirbt als ein Nichtraucher, ist oftmals weniger präsent als die Sorgen, die man mit der Zigarette zu unterdrücken versucht. Daher ist es zentral, frühestmöglich dort anzusetzen, wo die Sucht entsteht: im Gehirn. Eine Methode, sich in die Tiefen des menschlichen Bewusstseins – und auch des Unbewusstseins zu wagen, die in einer aufgeklärten Gesellschaft immer beliebter wird, ist die der Hypnose.

Hypnose – Mythos oder Methode?

Manche mögen schon bei dem Begriff Hypnose an einen neumodischen Schwindel und Aberglaube denken. Was diejenigen, die sich nicht ausreichend mit dem Konzept der Hypnose Raucherentwöhnung beschäftigt haben, nicht berücksichtigen, ist, dass es sich bei der Hypnose um eine bereits sehr alte und bewährte Behandlungsmethode handelt, die heute wie damals von einer Vielzhal angesehener Ärzte, Therapeuten und Heilpraktiker verwendet wird, um einen Zugang zum Bewusstsein eines Menschen, eines Patienten zu erhalten, ohne diesen medikamentös oder durch Zwang herbeiführen zu müssen. Schon zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als den Ärzten noch kein Lachgas für die Narkose zur Verfügung stand, stellte der Chirurg James Braid fest, dass die Hypnose eine zuverlässige Methode darstellte, einen Patienten in einen anderen Bewusstseinszustand zu versetzen, der für die Behandlung oder gar Heilung wichtig war. Doch wie genau funktioniert diese Methode genau – und wer darf sie durchführen?

Hypnose als Heilpraxis

Kein Heilpraktiker und keine Hypnosetherapeutin, die ihr Handwerk verstehen, werden gleich zu Beginn einer Suchtbehandlung einen Raucher oder eine Raucherin hypnotisieren. Das mögen sich viele so vorstellen, entspricht jedoch nicht der Realität der Praxis. Stattdessen beginnt eine Hypnosetherapie meist mit einer sogenannten Anamnese, einer Bestandsaufnahme unter der Fragestellung Warum rauche ich?. Auf dieser Grundlage kann im weiteren Verlauf der Behandlung dann die Hypnose angewandt werden. Einer der Hauptvorzüge der Hypnose ist es, mithilfe einer angeleiteten Bewusstseinsvertiefung und unter Beaufsichtigung des Therapeuten oder der Therapeutin Zugang zu eventuell verdrängten oder unangenehmen Bewusstseinsinhalten zu erhalten. Oftmals liegen die Gründe für Süchte, Substanzmissbrauch und Abhängigkeiten von Substanzen in früheren Erfahrungen wie Enttäuschungen, Zwängen oder Verboten verborgen. Durch die Aktivierung von Gedächtnisinhalten, die aus gutem Grunde eventuell von dem Patienten oder der Patientin verdrängt wurden, kann ein besseres Verständnis des aktuellen Verhaltens, also auch des Suchtverhaltens erzeugt werden. Von diesem profitieren meist beide Seiten – Patient und der behandelnde Therapeut bzw. die Therapeutin. Dieses Verständnis kann dann auf andere Lebenssituationen angewandt werden, in denen der Patient keinen Zwang, keinen Entzug spürt, wie er ihn bei dem Verlangen nach einer Zigarette verspürt. Das können Alltagsbilder sein, wie beispielsweise Hobbys, das Kochen, die Zeit mit Freunden und Partnern. Auch diese Alternativen zum Rauchen stellen wichtige Teile der Behandlung dar. Sobald die Konzentration produktiv und ohne Verurteilung auf die vorhandenen positiven Bestandteile des Patientenlebens gelenkt werden kann, eröffnet sich wahrlich eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Raucherentwöhnung zu erreichen.

Eine effektive Kombination

Entgegen der Vorstellung vieler ist die Hypnose nicht die einzige Methode, die bei einer solchen Heilpraxis verwendet wird, um eine möglichst sichere und zuverlässige Raucherentwöhnung anzustreben. Oft ist eine Hypnose am besten wirksam, wenn sie mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen kombiniert wird, sodass der Patient oder die Patientin ihre eigenen Verhaltens- und Gedankenmuster erkennt, sie bewusst wahrnimmt und mithilfe einer geförderten Willenskraft gegen sie angeht. Denn die wichtigste Grundlage der Entwöhnung vom Rauchen und der Abhängigkeit von anderen Substanzen ist die Erkenntnis, dass der Patient nie gegen sich selbst kämpft, sondern für sich – gemeinsam mit einer zuverlässigen und kompetenten Begleitperson, einer Therapeutin oder einem Heilpraktiker.

Der erste Schritt ist der schwerste

Wie so oft ist der erste Schritt bei der Hypnose Raucherentwöhnung der härteste – die Erkenntnis, dass man eine Änderung vornehmen muss und diese auch vornehmen will, denn nur durch Willenskraft und Überzeugung eröffnet sich die Reise zu einem rauchfreien und damit zweifelsfrei gesünderen Leben. Denn ist der erste Schritt einmal getan, kann man sich weiter in die richtige Richtung bewegen.

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Verena Walter

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