Heiraten und die Liebe wollen – Ehe und Zusammenleben

Wie bereits im vorherigen Beitrag geschrieben habe ich in Las Vegas geheiratet, ein guter Freund aus Deutschland wollte auch mal wissen wie das mit dem Bloggen ist und so präsentiere ich heute seine Erlebnisse mit der Liebe und dem Heiraten.

Ich sitze an meinem Schreibtisch, blicke aus dem Fenster und bewundere das leuchtende Gelb des Herbstlaubes. Wenn ein Wind-hauch durch die von Farben durchtränkten Wipfel der Ahornbäume fahrt, flattern diese leuchtenden Blätter wie aufgeregte Kanarienvögel in Richtung Boden. Wie schön sich ein Brautpaar unter diesen Bäumen als Bild gestalten würde. Sie, in einem cremefarbenen, langärmeligen Spitzenkleid, mit langem Schleier und Schleppe, in der Hand einen Herbststrauß aus kupferfarbenen Rosen. Ihr Schleier wird über das goldene Herbstlaub drapiert und ihr frisch gebackener Ehemann greift zart nach ihrer rechten Hand, um sich neben sie in das Szenario zu gesellen. Er kann sein Glück noch gar nicht fassen. Er heiratet die Frau seines Lebens! Ihr nussbraunes Haar glänzt in der milden Herbstsonne. Er entdeckt ein paar goldige Strähnen, die sich sanft in ihrem Nacken kringeln. Der Schleier fällt ganz zart darüber. Die Perlenohrringe ihrer Großmutter passen perfekt zur Farbe des Kleides. Er erinnert sich noch, wie sehr seine Frau weinen musste, als ihre Großmutter ihr die Perlen vor knapp vier Wochen geschenkt hat. Insgeheim hatte sich seine Frau schon immer gewünscht, die Perlen tragen zu dürfen, das wusste er. Nun schmiegen sie sich elegant an ihr Ohrläppchen. Er bewundert ihren Anmut und sieht bedächtig zu ihr herüber. Er weiß genau, wie angespannt sie jetzt gerade ist. Die Fotos sind ihr unheimlich wichtig, werden diese doch zu ihrer gesamten Familie bis nach Frankreich geschickt. Zu all jenen, die zu diesem besonderen Tag nicht nach Deutschland reisen konnten.

Hochzeitsfeier Gäste und Bilder

Nach dem Shooting wird sie sicherlich lockerer. Wenn die Fotos geschossen sind und ein erster Schluck Sekt gereicht wurde. Wenn alle Gäste den Weg zur Schlossparkinsel gefunden haben und das Brautpaar die Feier für eröffnet erklären durfte. Dann wird er seine Frau auf den Mund küssen, ihr tief in die Augen sehen und ihr eine atemberaubende Hochzeitsfeier wünschen. Ein Lächeln seiner geliebten Frau. Ein Blick. Ein weiteres Foto. Und ebendieses Foto wird das Paar ab sofort als ihr Lieblingsbild betiteln.

Das Lieblingsbild wird zunächst Jahr für Jahr auf dem Billy- Regal im Wohnzimmer stehen, dann irgendwann auf dem Fensterbrett im Esszimmer, mit Blick in den Garten, und ganz später, wenn das Ehepaar grau und faltig ist, steht das Lieblingsbild auf einem kleinen runden Holztisch, neben der Stehlampe im Wohnzimmer. Die Enkel spielen unter der Stehlampe und finden, sie haben die schönste Oma auf dieser Welt. Und Opa sah auch mal ganz gut aus.

Ich betrachte meinen eigenen Ehering aus Gold, den ich seit knapp zwei Jahren trage. Ehe. Heirat. Wir. Mann und Frau.

Seit mein Liebster und ich im Juli vor zwei Jahren geheiratet haben, hat sich nicht viel geändert. Äußerlich sieht man uns die Ehe nicht an. Und in uns, wie sieht es da aus? Ja, es ist anders zu sagen: Mein Mann und ich. Und ja, es begegnen uns strahlende Augen, wenn wir von der Eheschließung berichten. Aufgeregt werden wir über jedes Detail ausgefragt. Und ob es nun anders sei, verheiratet zu sein? Es folgen meist ein Schulterzucken von ihm und ein wohlwollendes Lächeln von mir. Ich verstehe die allgemeine (insbesondere weibliche) Nervosität rund um das Thema Eheschließung.

Ist die Ehe noch das, was sie vor über 100 Jahren war?

Aber woher kommt diese Unruhe? Ist die Ehe noch das, was sie vor 100 Jahren etwa war? Warum heiraten wir heute, wenn doch angeblich jede dritte Ehe wieder geschieden wird? Aus Liebe?! Oder, um einmal offiziell Wir sagen zu können? Bitte, wir sind doch nicht in den USA! In Deutschland ist das Wir doch auch ohne Trauschein anerkannt, ebenso wie das Kinderkriegen und Häusleinbauen. Dennoch tickt sie in vielen von uns, die Heiratsuhr. Und dafür gibt es auch gute Gründe, um genau zu sein. Meine Gesprächspartner und ich präsentieren Euch liebe Leser, in diesem Hochzeitsratgeber Gründe, zu heiraten. Gründe für ein Ja!

Zwar geben die meisten Ehepaare an, aus Liebe geheiratet zu haben. Aber ist die Liebe wirklich der ultimative Heiratsgrund? Die Liebe verlangt doch nicht nach Ehe. Die Ehe ist ein uraltes Konstrukt der Gesellschaft und es soll sogar Frauen geben, die wegen Schuhen heiraten! Nun, das ist vielleicht nicht der romantischste Grund, um Ja zu sagen. Auch sind es nicht steuerliche Erwägungen oder die Aussicht auf den Titel Frau Gräfin von und zu Schnauzeihuber, die uns die Freudentränen in die Augen schießen lassen. Aber neben der Liebe gibt es sie, diese speziellen Heiratsgründe.

Ebenso wichtig wie der erste Schritt zum Ja und nicht zu vernachlässigen, ist selbstverständlich die Phase nach der Trauung. Die Ehe an sich. Die Pflege und der Zusammenhalt dieses sensiblen Gebildes stellt im Laufe der Jahre für viele Paare eine große Herausforderung dar und der ein oder andere mag sich einmal denken: Warum zum Teufel immer diese Diskussion um das Ausräumen des Geschirrspülers? Und weshalb hat sie plötzlich so viel Kontakt zu dem neuen Arbeitskollegen? Und warum findet sie mich plötzlich zu dick? Jetzt, nach 17 Jahren Ehe? Wozu der ganze Sch… Schlamassel? Es gibt unzählige Gründe, verheiratet zu bleiben. Diese darf ich Euch, werte Leser, in keinem Falle vorenthalten. Denn den Tag der Hochzeit voll Freude, Taumel und Hochgefühl zu erleben ist nicht schwer. Dafür braucht es bloß eine Handvoll bunt gemischter Gäste, etwas Champagner und gute Musik. Das Eheleben voll Freude und Glücksgefühlen zu erleben ist viel schwerer. Hier dürfte sich der übermäßige Genuss von Champagner eher nachteilig auswirken – aber das nur am Rande.

Kennenlernen Liebenlernen und Verlobung

Wer sich zunächst dafür interessiert, was es eigentlich rechtlich mit der Institution der Ehe auf sich hat, der darf sich die nun folgenden Ausführungen nicht entgehen lassen.’ Alle anderen, die bloß die pure, mal mehr, mal weniger romantische Überzeugungskraft der Heirat spüren und in sich aufsaugen möchten, blättern bitte weiter zu „Kennenlernen, Liebenlernen, Verlobung“.

Und all jene, die noch zwischen den Stühlen stehen und einerseits total alternativ-hipstermäßig keinen Trauschein brauchen, um glücklich zu sein, es dann aber auch wieder total vintage finden, zu heiraten, diejenigen lesen bitte ganz gründlich jede Seite dieses Hochzeitsratgebers. Denn Heiraten ist nicht bloß ein Trend. Und die Ehe sollte nicht nur das Abhaken einer Lebensstation darstellen.

Bildquelle: paarberatung-bezirkdielsdorf.ch

Danke lieber Manfred!

Und hier liest Du warum ich in Las Vegas geheiratet habe.

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Verena Walter

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