Frühstückszerealien – wie gesund sind sie wirklich?

In vielen Haushalten gehören die Frühstückszerealien zum Frühstück dazu, wie das Frühstücksei oder das frische Brötchen vom Bäcker zum Wochenende. Frühstückszerealien gibt es in verschiedenen Füllmengen und den unterschiedlichsten Arten; sie werden sowohl von Kindern als auch von älteren Menschen geschätzt und gegessen.

Aber wie gesund sind sie denn eigentlich?

Zunächst einmal muss man die jeweiligen Frühstücksflocken in verschiedenen Arten aufteilen.

Da gibt es einmal die gezuckerten Frühstücksflocken, wie etwa Schokoreisflocken, Honigbälle, Karamellflocken, fruchtige Ringe und ähnlichem. Dann gibt es die simplen Cornflakes und die simplen Frühstücksflocken ohne Zucker und Co. Des Weiteren findet man Cornflakes und Müsli mit Zusätzen, sei es nun Obst, Schokolade oder Nüsse. Und dann gibt es noch Frühstückflocken und Cornflakes, die viele Ballaststoffe enthalten.

Diese Frühstücksflocken gibt es von den verschiedensten Herstellern in unterschiedlichen Füllmengen, in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Formen zu unterschiedlichen Preisen in diversen Läden. Im Fernsehen werden natürlich nur die Vorteile der Frühstückszerealien beschrien – wie es ja schließlich auch alle anderen Hersteller machen. Produkte wie Schokolade oder Fruchtbonbons lassen sich ja auch besser verkaufen, wenn man sagt: Kakao ist gut fürs Herz und die Bonbons enthalten Vitamine; als wenn es heißt: Sie sind voller Zucker und machen in zu großen Mengen dick.

Und das ist drin:

Gezuckerte Frühstücksflocken

Fangen wir mal mit den gezuckerten Frühstücksflocken an. Und um es ganz einfach zu machen, starten wir mal mit den Kellogg‘s Frosties. Laut Hersteller handelt es sich dabei um „knusprige Powerflakes aus viel gutem Mais, Vitaminen und Calcium. Das macht dich startklar für den Tag. Erlebe deine Power – mit dem leckeren Knusperspaß von KELLOGG‘S FROSTIES und Tony dem Tiger.“

Und damit werden schon mal drei Dinge suggeriert: 1. Es ist ideal für einen guten Start in den Tag. 2. Es ist ein hervorragender Powerlieferant. Und 3. ist Tony der Tiger ein kräftiges und gesundes Raubtier, womit man hineininterpretieren könnte, dass dieses Frühstück auch fit macht.

Und was ist drin?

Mais, Zucker, Calciumcarbonat, Salz, Glucosesirup, Gerstenmalz, Vitamine und Eisen.

Und wie ist das Verhältnis?

Auf 100 g sind es 4,5 g Eiweiß, 87 g Kohlenhydrate (wovon 37 g Zucker sind), 0,6 g Fett (davon 0,1 g gesättigt), 2 g Ballaststoffe, 0,45 g Natrium.

Insgesamt liefern 100 g von diesen Frühstücksflocken 371 Kalorien!

Und wie man anhand der Nährwertangaben sehen kann, enthält es sehr viele Kohlenhydrate, wobei fast die Hälfte davon ausschließlich Zucker ist!

Da muss man nicht lange überlegen, wie gesund das ist, oder?

Aber auch die Kellogg‘s Frosties mit weniger Zucker sind genau genommen auch kein Hit. Zwar verspricht der Hersteller sie seien „mit einem Drittel weniger Zucker“, und laut Nährwertangaben stimmt das auch (Original: 37 g Zucker auf 87 g Kohlenhydrate, die Lightvariante: 25 g Zucker auf 85 g Kohlenhydrate). Der Witz daran ist aber, dass das Original mit dem vielen Zucker auf 100 g 371 Kalorien hat und die gleiche Menge der zuckerarmen Option enthält 373 Kalorien.

Und die anderen Produkte des Herstellers sind auch nicht besser. Die Smacks zum Beispiel werden nicht als besonders gesundes Frühstück angepriesen, und das ist auch gut so, denn bei den Nährwertangaben wäre das wohl auch ultradreist gewesen. Auf 100 g bringen Smacks nämlich 84 g Kohlenhydrate und davon sind 43 g Zucker (das ist mehr als die Hälfte)! Und das macht sich bemerkbar: 100 g enthalten 382 Kalorien.

Die Froot Loops sind mit 80 g Kohlenhydraten, wovon 25 g Zucker sind zwar im Bereich Zucker besser aufgestellt, haben aber trotz des niedrigeren Zuckergehalts 384 Kalorien auf 100 g. Besonders reichhaltig sind aber die Kellogg‘s Tresor Choco, die mit 67 g Kohlenhydraten ganze 30 g Zucker enthalten (auch wieder fast die Hälfte) und insgesamt auf 100 g 441 Kalorien liefern. (Die Varianten Choco Toffee und Choco Nougat sind nicht viel besser. Kalorienmäßig sind die Tresor Nougat sogar noch 7 Kalorien schwerer als die reine Choco-Variante).

Aber nicht nur Kellogs, auch die anderen Hersteller punkten mit ihren hohen Zucker- und Kalorienangaben. Nehmen wir mal die Nestlé Lion Cereals. Auf 100 g enthalten diese Frühstückszerealien 76,9 g Kohlenhydrate, davon 35,2 g Zucker und satte 415 Kalorien. Ähnlich hohe Werte haben auch Nestlé Trio, Nestlé Nesquik und Nestlé Cini Minis.

Cornflakes, Haferflocken und Müslis:

 

 

Die normalen Cornflakes ohne alles sind besonders simpel, aber dadurch auch deutlich leichter, ist ja auch weniger Zucker drin, oder?

Wenn ich mal kurz bei den Kellogg‘s bleibe und bei den Nährwerten des Herstellers gucke, dann haben die Original Cornflakes bei gerade mal 8 g Zucker auf 100 g Cornflakes und 84 g Kohlenhydraten ein deutlich gesünderes Verhältnis als die anderen. Aber Vorsicht: Sie sind nicht so leicht wie sie klingen. Bei einer Menge von 100 g, liefern sie 377,3 Kalorien.

Ähnlich sieht es bei den Cornflakes von Wurzener aus, sie enthalten auf 100 g 78 g Kohlenhydrate und lediglich 5,6 g davon sind Zucker, aber bezüglich der Energie sind sie bei 354 Kalorien. Selbst die Bio-Cornflakes von Mr. Reen sind kein besonders großer Lichtblick, wenn man auf die Kalorien achtet. Zwar sind sie mit den Werten 84,2 g Kohlenhydraten und 6,7 g Zucker auf 100 g gesundheitlich gar nicht so schlecht aufgestellt, aber auch sie liefern 380 Kalorien.

Bezüglich der Haferflocken sind auch viele Kalorien zu erwarten, die Kernigen von Kölln liefern auf 100 g ganze 355 Kalorien, sind aber mit 57,5 g Kohlenhydraten und lediglich 1,2 g Zucker besonders empfehlenswert! Bei den Vollkorn-Haferflocken von Rinatura sind mit 366 Kalorien auf 100 g zwar auch nicht gerade sehr leicht, allerdings enthalten sie bei 63,3 g Kohlenhydrate nur 0,9 g Zucker. Wenn das mal keine gute Nachricht ist? Mit anderen Haferflocken ohne Zusätzen sieht es ähnlich aus.

Die Basis-Müslis sind in dieser Kategorie die gesündeste Option. Sie sind mit knapp 350 bis 360 Kalorien auf 100 g zwar kein Leichtgewicht, schneiden aber bei 69 g Kohlenhydraten und 0,1 g Zucker auf 100 g wirklich gut ab!

Cornflakes und Müslis mit Zusätzen:

Damit Cornflakes und Müsli nicht immer gleich schmecken, haben sich die Hersteller gedacht, sie fügen den Frühstücksflocken noch etwas hinzu. Die eine Sorte ist mit Schokolade, die andere enthält getrocknete Früchte und die nächste Geschmacksrichtung ist Nuss. Klingt lecker, aber wie gesund ist das eigentlich?

Wie wir ja geklärt haben, sind Cornflakes an sich eine gute und recht gesunde Speise für einen guten Start in den Tag, mischt man sie aber mit Schokolade (Kellog‘s Special K), enthalten sie auf 100 g nicht nur 406 Kalorien, sondern auf 72 g Kohlenhydrate noch 26 g Zucker – etwas mehr als ein Drittel.

Aber die Fruchtvariante vom gleichen Hersteller ist doch gesünder, oder? Wegen des Obstes? Wahrscheinlich, aber Obst hat auch Zucker, und dadurch, dass das Obst dehydriert wurde, ist der Zucker umso kräftiger. Somit enthält die Fruchtsorte bei 79 g Kohlenhydrate auf 100 g bereits 38 g Zucker, sind mit 381 Kalorien aber etwas leichter als die Schokoladenform. Und die anderen Special K-Sorten sind ähnlich zuckerhaltig und schwer.

Mit dem Müsli sieht es ähnlich aus. Nehmen wir mal das Schoko-Müsli von Tip. Das enthält durch den Schokoladenanteil bei 60,4 g Kohlenhydraten auf 100 g beinahe 13 g Zucker und ist 365 Kalorien schwer. Das Kölln-Müsli mit Kirsche und Schokolade ist bei 62,1 g Kohlenhydrate auf 100 g mit 17,1 g Zucker bedacht und liefert unserem Körper 361 Kalorien. Und auch das Vollkorn-Früchte-Müsli von Kölln ist mit fast 25 g Zucker auf 62,1 g Kohlenhydrate auf 100 g und 359 Kalorien nicht unbedingt die leichteste Option.

Ballaststoffreiche Cornflakes:

Ballaststoffreiche Cornflakes (bestehend aus Vollkornweizenflakes) werden wegen ihrer langanhaltenden sättigenden Wirkung als besonders gesund beschrien. Aber sind sie wirklich so gesund? 100 g von dem Produkt (nehmen wir noch mal den Hersteller Kellogg‘s mit DayVita All-Bran Flakes) enthalten 67 g Kohlenhydrate, davon 25 g Zucker und 370 Kalorien.

Klingt ja nicht besonders leicht und gesund, aber gut, wenn sie dafür die Verdauung so gut ankurbeln wie es den Ballaststoffen nachgesagt wird und auch sehr lange satt machen, könnte ich mir vorstellen, dass sie durchaus gesünder sind.

Die anderen Geschmacksrichtungen Früchte und Apfel-Feige sind mit den Kohlenhydraten, dem Zucker und den Werten für die Kalorien dicht beieinander und auch bei anderen Herstellern sieht es fast identisch aus.

Fazit:

Schlichte Cornflakes, Haferflocken und Müslis sind die mit Abstand gesündesten und zuckerärmsten Sorten. Mit den anderen Sorten und Geschmacksrichtungen hat man meist nur Zucker und jede Menge Kalorien intus. Diese kann man sich ab und an gönnen, aber für den täglichen Genuss oder gar für den kleinen Hunger zwischendurch sind sie einfach zu ungesund. Wer seine Cornflakes, sein Müsli und seine Haferflocken etwas aufpeppen möchte, sollte es mal mit frischem Obst (Erdbeeren, Äpfel, Birnen, Bananen und Co.) versuchen oder er probiert es mit ein paar kleingehackten Mandeln und/oder Haselnüssen. Obst hat zwar Zucker und Nüsse haben Fett und viele Kalorien, aber das sind alles gesunde und natürliche Quellen. Zudem ist der Zucker bei frischem Obst nicht ganz so intensiv wie bei dem getrockneten Obst.

Frühstückszerealien – wie gesund sind sie wirklich?
Rate this post

About the author

Verena Walter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2014. Created by Meks. Powered by WordPress.