Die glücklichsten Menschen Teil II

Egoisten waren im ersten Teil die glücklichsten Menschen. Im zweiten Teil möchte ich eine andere Sorte von glücklichen Menschen vorstellen: Die Geber.

Etwas zu bekommen ist wunderbar, vor allen Dingen dann, wenn man etwas bekommen hat, was man schon lange wollte. Aber das gilt natürlich nur, wenn man Schritt I beachtet und nicht mehr gibt als man kann. Denn wenn man sich selbst aufgibt und alles einfach anderen schenkt, während man selbst in die Röhre schaut, das kann auch nicht richtig sein. Schließlich sollte man dafür sorgen, dass man selbst nicht zu kurz kommt, sondern seinen Lebensunterhalt nicht nur am Rande des Existenzminimums lebt, sondern sich auch mal etwas gönnt und immer genügend beiseite legen kann.

Wer aber genug hat, sollte unbedingt auch geben. Das Gefühl, wenn andere sich freuen und dankbar sind, erfüllt das Herz mit so viel Freude. Ich hatte vor Kurzem die Freude in Wien, einem Obdachlosen das Glück zu bescheren, ihm einmal etwas zu Essen zu kaufen und ihm einmal noch etwas zu spenden. Er war so dankbar, er hat nicht nur meine Hand mehrmals abgeküsst, sondern mir rechts und links auf die Wange geküsst. Er war so unheimlich glücklich und dankbar – und diesen Menschen gebe ich gerne. Denen gebe ich liebend liebend gerne, denn sie wissen das Geschenk zu schätzen.

Ich mache es nicht, weil ich von jemandem auf einen Thron gehoben werden möchte, sondern weil ich anderen Menschen gerne eine Freude mache und es tut mir nicht weh jemandem mal ein paar Euros in die Hand zu drücken, um ihm zu helfen und ihn glücklich zu machen. Insbesondere die Menschen, die weniger haben als man selbst, sind unglaublich glücklich, wenn sie etwas bekommen, wovon sie schon immer geträumt haben. Alte, aber noch gut erhaltene Spielsachen für Waisenkinder, Brot vom Bäcker, das vielleicht nicht besonders hübsch ist und demnach weg geworfen werden würde oder vom Vortag ist, einfach mal mitnehmen und der Tafel spenden oder in ein Flüchtlingsheim bringen. Die Menschen, die in so einer Situation leben müssen, sind für jede Hilfe dankbar.

Jedoch sind die Geber auch nur dann glücklich, wenn sie gleichzeitig ihren Egoismus bewahren und sich bei all dem Geben nicht selbst vergessen. Immerhin geht es ihnen nicht nur darum anderen eine Freude zu machen, sondern auch um den Selbsterhalt.

Allerdings gehört zum Geben nicht nur das Materielle, die Geber teilen auch gerne ihre schönen Momente, heitern andere auf und geben Liebe.

Die glücklichsten Menschen Teil II
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Verena Walter

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