Bio ist nicht immer bio

Oftmals, wenn man in den Bioladen geht oder anderswo nach Bioprodukten Ausschau hält (sei es Kosmetik, Lebensmittel, Hygieneartikel, Reinigungsmittel oder ein anderes Produkt), dann vertraut man dem Bio-Siegel, das darauf abgedruckt wurde.

Aber es gibt viele Gründe, warum das nicht immer die beste Qualität ist.

Worauf es bei Bio ankommt und wie ihr die besten Bio-Produkte findet, zeige ich euch heute in diesem Beitrag:

Die Bio-Regelungen in andern Ländern

Die Regelungen zu Bio sind theoretisch ganz einfach. Die Produkte sollen schadstofffrei hergestellt werden. Sprich: Keine Chemie, keine Insektizide auf den Lebensmitteln und auch beim Dünger beziehungsweise beim Tierfutter, wird nur die beste Qualität gewählt. Außerdem bekommen die Tiere hier nicht, wie in einem Mastbetrieb das Antibiotika untergemischt, sondern das Tier bekommt nur dann Medikamente, wenn es wirklich krank ist.

Das klingt eigentlich ganz einfach. Aber die Regelungen sind von Land zu Land völlig unterschiedlich. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass einige Länder Bio etwas anders interpretieren, sondern liegt auch daran, dass in anderen Ländern ganz andere Stoffe erlaubt sind, als bei uns.

So ist in Deutschland zum Beispiel eine Nitratrichtlinie (EG 91 / 676 / EWG ) entstanden, während in dem  Düngemittel anderer Länder immer noch zu viel Nitrat sein kann. Das wirkt sich nicht nur auf den Boden negativ aus, sondern auch auf die Lebensmittel.

Somit ist Bio nicht gleich Bio. Die Bio-Qualität aus dem einen Land entspricht nicht der Bio-Qualität aus einem anderen Land, doch weil diese Ware dem Bio-Standard ihres Landes entspricht, bekommt es ein Bio-Gütesigel in ihrer Heimat.

Die Bio-Menge

Ein Bio-Produkt kann auch nur einen bestimmten Prozentsatz an Bio-Zutaten enthalten, während der Rest nicht bio ist. Denn solange die Mehrheit des Produktes aus Bio-Zutaten gewonnen wird, gilt es als Bio. Man nehme zum Beispiel ein Brot. Für ein schönes Dinkelvollkornbrot in Bio-Qualität. Dieses Brot braucht 100 Gramm Kürbiskerne, 100 Gramm Sonnenblumenkerne, 50 Gramm Pinienkerne, 1 Würfel Hefe, 500 Milliliter lauwarmes Wasser, 500 Gramm Dinkelvollkornmehl, 10 Gramm Salz, 2 Esslöffel Essig und etwas Butter, um die Form einzufetten. Von diesen Zutaten ist jetzt alles Bio, aber zehn Prozent vom Dinkelvollkornmehl nicht. Auf die Menge der Gesamtzutaten gesehen ist es jedoch nur ein winziger Bruchteil, weswegen das Endergebnis dennoch als Bio zählt.

In der Augsburger-Allgemeine wurde zu dem Thema „Wie viel Bio ist in Bio?“ folgendes dazu geschrieben:

„Verarbeitung: Bei der EU-Verordnung dürfen Lebensmittel dann mit Bio gekennzeichnet werden, wenn 95 Prozent der Zutaten aus ökologischer Herkunft stammen. Bei Bioland und Naturland sind es 100 Prozent. Bei Demeter sind 95 Prozent ausreichend, wenn davon 90 Prozent nach den Demeter-Richtlinien hergestellt worden sind.“

Worauf kann man achten?

Im Internet finden sich viele Hersteller und Verkäufer von Lebensmitteln, Kosmetika und anderen Bio-Produkten, die sicher angeben, wie viel Prozent Bio in ihren Bio-Produkten enthalten ist. Auch Tests wie Stiftung Warentest und spezielle Bio-Prüfungen können euch einen guten Hinweis auf das was ihr wissen wollt. Wie viel Bio steckt bei welchem Hersteller drin? Welches Bio-Produkt ist sein Geld wert?

Ebenso könnt ihr bei Bio-Produkten darauf achten, dass sie eine Zertifizierung haben. Das gilt zum Beispiel für Lebensmittel, Reinigungsmittel und auch Bio-Kosmetik mit Zertifizierungen.

So gibt es zum Beispiel Bio Austria Garantie, das Bio Gütestempel der Ökoprüfstelle, das Bio Gütesiegel nach EG-Öko-Verordnung, die ÖkoP Zertifizierungs GmbH und viele mehr.

Sind die Preise gerechtfertigt?

Immer wieder hört man Menschen aufschreien, dass die Bio-Produkte so überteuert sind. Warum sollte man für das eine Produkt drei Mal so viel bezahlen wie bei einem herkömmlichen Produkt? Wieso sollte man fast 20 Euro für ein kosmetisches Produkt ausgeben, wenn man es beim Discounter für weniger als 2 Euro bekommt?! Die Fragen sind nicht ganz unberechtigt, wenn man die Mengen der Portionsgrößen sieht. Ich meine, wenn ein Produkt 500 Milliliter enthält und es beim Discounter gerade mal 2 Euro kostet, warum sollte man 7, 8 oder noch mehr Euro beim Bio-Produkt zahlen?

Das sieht im Vergleich natürlich sehr teuer aus. Wenn man aber bedenkt, was sich in den beiden Flaschen befindet, dann ist es ein großer Unterschied. Zumindest qualitativ. Während das eine Produkt absolut natürliche Produkte mit positiven Eigenschaften und einer geringen Anzahl von Allergenen enthält, ist das andere Produkt quasi vollgestopft mit Schadstoffen und wirkt sich nachweislich schlecht auf den Alterungsprozess aus.

Jetzt möchte ich euch kennen lernen:

Ich möchte wissen, wie wichtig euch Bio-Produkte sind und wie viele Produkte ihr in Bio-Qualität kauft. Welche Art von Bio-Produkten kauft ihr? Seid ihr ausschließlich auf Kosmetik und Hygieneartikel festgelegt, geht es euch eher um die Lebensmittel, achtet ihr auf biologisch einwandfreie Reinigungsmittel oder ist es von allem etwas? Wie viel gebt ihr im Monat oder auch im Jahr für Bio-Produkte aus und wie viel Prozent Bio erwartet ihr bei einem Bio-Produkt?

Welche Erfahrungen habt ihr mit Bio-Produkten gemacht? Und haltet ihr die Preise für gerechtfertigt?

Hinterlasst mir gerne einen Kommentar mit eurer Meinung, euren Geschichten und euren Erfahrungen mit Bio-Produkten.

Ich wünsche euch viel Gesundheit, viel Freude und einen fantastischen Tag.

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Verena Walter

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