Abzocke beim Umzug – wie erkennen? Wie entgehen?

Da hab ich doch neulich über Umzüge geschrieben, nämlich über 10 Dinge, die ihr beim Umzug beachten müsst. Aber dabei habe ich ein ziemlich wichtiges Thema nicht näher erläutert, weil ich befürchtet habe, dass ich abschweife und es am Ende des Beitrags zu umfangreich und zu kompliziert für euch ist. Also habe ich mir gedacht, ich teile das Thema Umzüge in 3 Teile auf. Heute: Umzugsabzocke!

Ein sehr wichtiges Thema, dessen Wahrheitsgehalt leider weltweit überall vertreten ist – auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Aber wie kann man Umzugsabzocke erkennen und nicht in ihre Falle tappen? Das klären wir hier und heute! Ich wünsche euch viel Spaß und viel Erfolg.

Wie passiert es?

Üblicherweise passiert es so, dass man dem Vermieter die Kündigung gibt, nachdem man eine neue Bleibe gefunden hat, seine Sachen in Kartons verpackt und sich gleichzeitig einen Spediteur oder ein Umzugsunternehmen sucht, das einem dabei hilft die Möbel von der alten in die neue Wohnung zu bringen.

Am Tag X stehen die Möbelpacker vor der Tür und stellen die Serviceleistungen und den Preis fest, ehe sie sich an die Arbeit machen. Dann geht alles ziemlich schnell. Die Möbel und Kartons werden im Wagen verstaut, der Wagen fährt los, aber die Möbelpacker wollen die Möbel nicht in die Wohnung tragen oder der Wagen steht erst gar nicht vor der neuen Wohnung. Die Möbelpacker melden sich und wollen mehr Geld.

Ein beliebter Trick, bei dem die Betroffenen erst einmal völlig überfordert sind und gar nicht wissen, was sie machen sollen. Wenn man fragt, warum plötzlich ein neuer Preis angelegt wird, können verschiedene Gründe angegeben werden.

Meist fallen Extrakosten an, weil die Mehrwertsteuer vergessen wurde, weil die Spedition-gebühren erhöht wurden, die Möbelträger müssen stündlich bezahlt werden, ein Zimmer musste ausgeräumt werden – das kostet extra, man hat die Versicherungskosten nicht bedacht, es war nie vom dritten Stock die Rede oder oder oder. Die Betrüger sind da zuweilen ziemlich kreativ und lassen sich richtig was einfallen.

Das größte Problem: Wenn das Umzugsunternehmen damit droht, dass die Möbel einfach anderswo abgestellt werden oder dass sie es in einer Halle lagern, bis der Rest bezahlt wird, ist auch die Polizei machtlos. Denn es ist schwierig diesen Verstoß nachzuweisen. Vor allem aber einen Anruf und dessen Inhalt nachzuweisen – wer nimmt schon seine Telefonate auf?

Dementsprechend ist man gezwungen den vom Unternehmen verlangten Preis zu bezahlen und muss den womöglich noch innerhalb einer irrwitzig kurzen Frist bezahlen. Das bedeutet nicht nur Stress, sondern auch hohe Kosten.

Wie kann man dem Problem entgehen?

Man kann zwar nicht bei jedem hinter die Fassade gucken, aber es gibt viele gute und einfache Hinweise, an denen man mögliche Betrüger erkennen und umgehen kann. Damit will ich nicht sagen, dass alle Betrüger sind, die nicht in allen Punkten übereinstimmen, aber die Gefahr könnte bestehen, wenn mehrere der nachfolgenden Punkte darauf hinweisen.

Diese Punkte sind:

Sicherer Hinweis 1: Wie lange existiert das Unternehmen?

Bei Betrügern gibt es in allen Branchen die gleiche Masche. Ein Unternehmen wird gegründet, ein paar wenige Kunden werden über den Tisch gezogen und das Unternehmen wird geschlossen. Aber nicht für immer. Der ehemalige Betreiber gründet alsbald die nächste Firma. Allerdings mit anderem Namen und meist auch in einer anderen Stadt, sodass diese Machenschaft lange Zeit geheim bleiben kann. Insbesondere, wenn der Geschäftsinhaber für den Kunden nie zu sehen oder zu sprechen ist und man daher gar nicht weiß mit wem man es zu tun hat.

Unternehmen, die erst seit Kurzem existieren müssen natürlich nicht automatisch Teil einer Betrüger Organisation sein. Aber wer bereits seit 10, 20, 30 oder 40 Jahren ein Umzugsunternehmen hat, hat mit großer Wahrscheinlichkeit eher eine reine Weste, als jemand, der erst vor Kurzem im Geschäft ist.

Sicherer Hinweis 2: Spedition-verband

Aber halt! Nicht jeder, der erst seit Kurzem ein Umzugsunternehmen gegründet hat, ist automatisch ein Schwindler. Schließlich haben auch die Menschen irgendwann mal anfangen müssen, die heute seit mehreren Jahren im Betrieb tätig sind. Um auch neuen Firmen eine Chance geben zu können, sollte man sich erkundigen, ob das Unternehmen ein Mitglied des Bundesverbandes deutscher Möbelspediteure (kurz: AMÖ) oder ein Mitglied des Verbandes Deutsche Möbelspedition (DMS) ist. Hierbei handelt es sich um ein Qualitätssiegel, das nur besonders gute Spediteure vorweisen können, die langfristig gute Arbeit leisten.

Existiert die Firma nur wenige Wochen, ist es schwierig ein solches Gütesigel zu bekommen, vor allen Dingen ist es nicht auf künftige Unternehmen übertragbar. Zwar ist das Fehlen einer solchen Mitgliedschaft nicht unbedingt ein Garant, dass es sich um einen Betrüger handelt – aber wer über ein solches Siegel verfügt, ist nicht nur qualifiziert, sondern garantiert dem Kunden einen stressfreien und einfachen Umzug.

Sicherer Hinweis 3: Der Preis

Auch wenn wir aktuell in einer Zeit leben, in der gerne mit Dumpingpreisen um sich geworfen wird, sollte man vorsichtig sein, wenn mit auffällig günstigen Preisen um sich geworfen wird. Wenn ein Umzugsunternehmen mit 4 Personen, einem Kran und einer (höchst wahrscheinlich) ganztägiten Arbeit nur 300 Euro verlangt, sollten die Alarmglocken schellen. Der Umzugshelfer bekommt meist einen Stundenlohn, der zwischen 17 und 28 Euro liegt. Aber der Tarif kann von Bundesland zu Bundesland und Zusätzlichen Leistungen variieren.

Müssen die Umzugshelfer Kartons mitbringen? Müssen sie die Schränke leer räumen? Handelt es sich um ein Haus oder eine Wohnung? Wie weit ist die alte Adresse von der neuen entfernt? Schließlich müssen beim Umzug auch gemietete Maschinen, wie ein Kran bezahlt werden; man muss den Sprit einkalkulieren und es wollen alle Möbelpacker bezahlt werden.

Sicherer Hinweis 4: Der Kontakt

Damit man Betrügern nicht auf den Leim geht, sollte man sich zuvor mit dem Unternehmen in Verbindung setzen und im besten Fall einfach mal bei der Adresse der Umzugsfirma vorbeischauen. Wenn man den Geschäftsführer zu sehen bekommt und mit ihm alle Einzelheiten besprechen kann, ist das ein sicherer Hinweis auf ein seriöses Unternehmen.

Betrüger haben meist keine angegebene Firmenadresse und bei Schwindlern ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass man den Inhaber zu sehen bekommt. Die einzigen Kontaktdaten, die man von Betrügern bekommt, sind eine Handynummer und/oder eine E-Mail-Adresse. Warum? Beides ist leicht und schnell, sowie anonym austauschbar. Wenn man die E-Mail-Adresse wechselt, gehen die Mails auf ein unbenutztes Konto und die Anrufe bei einer gewechselten SIM-Karte ins Leere.

Sicherer Hinweis 5: Die Werbung

Die Werbung kann ebenfalls als sicheres Indiz genommen werden. Während bei etwaigen Betrügern nur eine Werbe-Mail oder ein Werbezettel im Briefkasten landet, sowie eine kleine Anzeige in der Zeitung geschaltet wird, nutzen seriöse Unternehmen viel größere Werbeplattformen, um nicht in der Versenkung zu verschwinden. Ihre Werbung steht auf öffentlichen Verkehrsmitteln, Plakate sind an Littfasssäulen und Hauswänden geklebt, es gibt Schilder, Radiowerbung, auf ihren Fahrzeugen ist das Logo samt Kontaktdaten angegeben und man findet zahlreiche Bewertungen im Internet. Dadurch, dass solche Firmen meist länger existieren, ist es ganz leicht von ihnen etwas in Erfahrung zu kriegen.

Sicherer Hinweis 6: Gibt es einen Vertrag?

Der wohl sicherste Hinweis auf ein seriöses Unternehmen ist und bleibt der Vertrag. In diesem Vertrag sind alle Details, die über den Umzug geklärt und festgelegt wurden, schwarz auf weiß. So kann weder das Unternehmen noch der Kunde nachträglich eine Beschwerde einreichen, dass man etwas nicht beachtet hätte. Alle Ausnahmefälle und Etwaigkeiten sind in der Regel in dem Vertrag in den jeweiligen Klauseln enthalten und wurden in der Regel im Vorfeld erklärt und abgeklärt. Wenn der Kunde ein solches Schriftstück hat, wäre es von dem Unternehmen sehr töricht die ganz oben aufgeführte Masche zu versuchen, denn durch das Schriftstück könnte der Kunde seine Sicht der Dinge beweisen und hat kein Problem dies beim Anwalt und mit der Polizei durchzusetzen.

Ich hoffe, ich habe euch helfen können!

Oder fällt euch noch etwas ein, was ich hätte erwähnen sollen? Kennt ihr noch weitere sichere Hinweise für Betrüger bzw. seriöse Unternehmen? Worauf achtet ihr, wenn ihr einen Service bucht oder eine Firma in Anspruch nehmt? Wie oft seid ihr schon umgezogen und wie lange haben eure Umzüge im Schnitt gedauert?

Erzählt mir in den Kommentaren von euren Erlebnissen und habt einen schönen sonnigen Tag!

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Verena Walter

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